Doch eine kleine Kompakte

Wenn ich mit dem Mopped unterwegs bin, habe ich meist keine Kamera dabei, weil ich ja mein iPhone 6 plus habe, mit dem in dann die Bilder mache. Außerdem habe ich in der Lederkombi keinen Platz für ein „richtige“ Kamera. Und so ab und zu fehlt mir ein Zoom, und Ausschnitte aus einem iPhonefoto werden heikel, weil dann die Bildqualität sofort in den Keller geht. Zudem brauche ich beim iPhone immer beide Hände und mit Handschuhen geht mal gar nichts mit dem Touchdisplay. Also musste was kleines, schmales, preiswertes, ordentliches her, was leicht in den engen Taschen der Lederkombi verschwinden und auch mit einer Hand bedient werden kann (geht bei mir auf dem fahrenden Mopped, denn es hat einen Tempomaten ;-))

Die kleine Ixus

Da Canon die besten niedrigpreisigen Kompaktkameras mit kleinem 1/2,3 Zoll Sensor baut, fiel die Wahl auf die aktuelle kleine Ixus, die 190er. Zufälligerweise hatte der große A bis Z Fluss die Kleine für 149 Euronen im Angebot, und da habe ich sie mir gleich geschossen. Sie ist keine 10cm breit, keine 6cm hoch und zweieinhalb cm dick. Der Einschaltknopf ist mit (Sommer-) Handschuhen gerade noch zu bedienen und sie ist recht zügig aufnahmebereit. Das Objektiv schiebt im Ruhezustand eine schützende, staubverhindernde Jalousie vor, wo ich beim offen liegenden iPhoneobjektiv schon mal Dreck drauf hatte, der im Bild sichtbar wurde. Bei der Ixus geht es KB-äquivalent bei 24 mm los (das iPhone hat so etwa fixe 29 mm) und endet bei 240 mm, wo dann allerdings die Lichtstärke baden geht und selbst bei ordentlichem Licht 400 ASA anliegen, die die Ixus allerdings besser verkraftet als das iPhone die 160 ASA. Die 240mm gehen bei gutem Licht sehr ordentlich. Leider hat sie wie alle neueren Ixus‘ kein Alugehäuse mehr, sondern schnödes Plastik, wo besonders hier bei der Schwarzen jeder Fingertapser sichtbar ist. Die Bildqualität geht preis-/leistungsmäßig völlig i.O.. Die 240 mm brauchen ein wenig Nacharbeit. In Lightroom sind Klarheit- und Schärfenregler ein bisschen nach rechts zu schieben. Bei Weitwinkel siehst du kaum einen Unterschied zum iPhone. Bei Ausschnitten verliert das iPhone gegen den Zoom der Ixus. Sinnvollerweise ist sie Wifi-fähig und verbindet sich ruck zuck mit dem Smartphone. Die Bilder sind zwischen 6 und 7 MB groß, sie kann natürlich nur JPG. Ach ja, der Sensor hat 20 MP.

Ich habe sie noch nicht in Aktion auf dem Motorrad ausprobiert, aber ich denke, sie wird das was ich von ihr will bestens erledigen. Ich habe sie erst mal in eine Apple iPod- oder iPhone-Socke gesteckt, und sie passt wunderbar in die Brusttasche der Lederkombi.

iPhone 6 Plus Kamera: Respekt

Ich hatte ja nun 2 Jahre lang ein 5er und habe die (rückwärtige) Kamera oft genutzt und fand sie für die Sensorgröße von 4,54×3,42 mm ganz ok. Die Kamera im 6+ hat nun in allen Belangen deutlich zugelegt. Der Sensor hat die gleiche Auflösung von 8 MP, ist aber mit 4,80×3,60 mm einen Tick größer als der des 5ers, was der IQ sehr zugute kommt. Ich bin überrascht  😆

Anbei ein kleines Beispiel. Ich habe es lediglich direkt aus dem Telefon in den LR6 importiert, was ich immer mache, um zu schauen ob das Bild wenigstens scharf ist, und dann ohne etwas daran zu machen direkt wieder exportiert, ooC sozusagen. Lightroom hat übrigens ein eigenes Profil für das iPhone.

Die Daten: f 2,2, ISO 40, 1/15 Sekunde, aus der Hand. Die Datei ist 3,4 MB groß.

Paulskirche iPhone 6+

In der Paulskirche zu Frankfurt/Main

 

Pixel peepen ist hier völlig sinnlos und Zeitverschwendung. Herrschaften, der Sensor ist halb so groß wie der Fingernagel meines kleinen Fingers. Ich hatte mal zur Übersicht die verschiedenen Sensorgrößen zum vergleichen auf Millimeterpapier aufgemalt. Der Bleistift muss schon richtig gut angespitzt sein, damit die Sensorfläche des iPhones überhaupt ordentlich sichtbar wird. Ich finde es einfach nur erstaunlich, was aus diesem kleinen Sensor und dem Bonsaiobjektiv davor herausgeholt wird. Schaut Euch nur mal die Fenster an.

Überhaupt das 6+. Dank des größeren Displays habe ich jetzt auch begonnen, Bilder direkt auf dem iPhone zu bearbeiten bevor ich sie z.B. in Facebook oder Whatsapp packe: wie Ihr ja inzwischen wisst 😉 , bin ich ausgewiesener Schwarz-Weiß-Anhänger und es gibt tolle Apps. Mein derzeitiger Favorit ist „Perfect B&W“ von onOne, von denen ich auch ein paar LR-PlugIns habe. It’s fun  :mrgreen: , und die Kompakte bleibt zuhause.

Kein GAS *): iPhone 6 plus

*) Gear Aquisition Syndrom

Nein, natürlich nicht! Ich brauche wirklich kein iPhone 6, und dann noch das große „plus“ mit völlig unnötigen 64 GB. So predigt es die Vernunft, aber das Limbische System, das gut geschützt, tief in unserem Kopf angesiedelt ist, sagt was ganz anderes, und die „Halt!“-Rufe der Vernunft (die irgendwo anders angesiedelt ist) verhallen wirkungslos.

Ok, die Vorgeschichte. Mein 2 Jahresvertrag mit dem 5er läuft Mitte Januar aus. Katastrophale Bedingungen, daher rechtzeitig gekündigt und dann freudige Suche nach Alternativen, und – zunächst theoretisch – auch fündig geworden, zusammen mit dem 6er plus, also einem nach aktuellem Sprachgebrauch „Phablet“. Ein iPhone musste es sein; alles andere ist indiskutabel :mrgreen: . Geniale Konditionen aufgetan, aber…. ich habe doch ein wunderbar funktionierendes 5er. Dann glücklicherweise ein Ereignis, das mir den finalen Rechtfertigungsausweis ggü. der Vernunft brachte: meine Tochter hat ihr 4S ruiniert, genau genommen den Lautsprecher oben im Gehäuse. Aggressive Reinigungsflüssigkeiten verträgt er nicht und so verstummte er gänzlich. Ganz schlecht zum Telefonieren. Also….ich hätte da gegebenenfalls ein funktionierendes 5er zu vererben….? Für die beste Tochter von allen….? Das überzeugte mein Finanzministerium und rechtzeitig zu Weihnachten trudelte das 6er ein.

iPhone 5 vs 6+

Ich hatte es mir im Apple-Store schon angesehen und fand es gar nicht soooo riesig. Es passt nach wie vor in meine Hemd- und andere Taschen und ich bin inzwischen großer Fan des großen Displays. Bei gleicher Anzeigegröße passt eine ganze Reihe Apps-Symbole mehr auf eine Seite, Bilder und Videos werden ansehnlicher. Die Auflösung ist großartig. Der Umstieg vom 5er ging per iTunes auf einem Mac-Mini völlig problemlos. Backup des 5er erstellen, 5er Backup aufs 6er aufspielen, Abwarten bis sich alle Apps wieder eingerüttelt haben, dann Feintuning. Das hat keine Stunde gedauert. So haben wir übrigens auch Töchterchens 4S reibungslos auf das 5er transportiert. Das hat Apple schon raus.

Fazit nach einer Woche: das große Display möchte ich nicht mehr missen. Der Akku hält so wie ich das Smartphone nutze rund 30% länger. Das ist bei mir ein ganzer Tag 🙄 . Die rückseitige Kamera hat dank des etwas größeren Sensors bei gleicher Auflösung deutlich an Dynamik zugelegt, das Rauschen hat sich bei weniger Licht signifikant verringert. Mein geliebter DxO OpticsPro kennt das 6+, ebenso wie der Lightroom, der fertige Profile anbietet. Im Photobuch sind die Unterschiede zu „richtigen“ Kameras bei gutem Licht nicht mehr sichtbar. Das iPhone ist als Photoapparat angekommen. Meine Kompaktkameras haben nun endgültig ausgedient. Dank des 64 GB Speichers kann ich auch den iPod im Auto in Rente schicken. Meine ganze Musik passt ins 6er. Warum das 6er über das 5er? Größeres Display, schnellere interne Verarbeitung, längere Akkulaufzeit, leistungsfähigere Kamera, und es macht viel mehr Spaß!