Doch eine kleine Kompakte

Wenn ich mit dem Mopped unterwegs bin, habe ich meist keine Kamera dabei, weil ich ja mein iPhone 6 plus habe, mit dem in dann die Bilder mache. Außerdem habe ich in der Lederkombi keinen Platz für ein „richtige“ Kamera. Und so ab und zu fehlt mir ein Zoom, und Ausschnitte aus einem iPhonefoto werden heikel, weil dann die Bildqualität sofort in den Keller geht. Zudem brauche ich beim iPhone immer beide Hände und mit Handschuhen geht mal gar nichts mit dem Touchdisplay. Also musste was kleines, schmales, preiswertes, ordentliches her, was leicht in den engen Taschen der Lederkombi verschwinden und auch mit einer Hand bedient werden kann (geht bei mir auf dem fahrenden Mopped, denn es hat einen Tempomaten ;-))

Die kleine Ixus

Da Canon die besten niedrigpreisigen Kompaktkameras mit kleinem 1/2,3 Zoll Sensor baut, fiel die Wahl auf die aktuelle kleine Ixus, die 190er. Zufälligerweise hatte der große A bis Z Fluss die Kleine für 149 Euronen im Angebot, und da habe ich sie mir gleich geschossen. Sie ist keine 10cm breit, keine 6cm hoch und zweieinhalb cm dick. Der Einschaltknopf ist mit (Sommer-) Handschuhen gerade noch zu bedienen und sie ist recht zügig aufnahmebereit. Das Objektiv schiebt im Ruhezustand eine schützende, staubverhindernde Jalousie vor, wo ich beim offen liegenden iPhoneobjektiv schon mal Dreck drauf hatte, der im Bild sichtbar wurde. Bei der Ixus geht es KB-äquivalent bei 24 mm los (das iPhone hat so etwa fixe 29 mm) und endet bei 240 mm, wo dann allerdings die Lichtstärke baden geht und selbst bei ordentlichem Licht 400 ASA anliegen, die die Ixus allerdings besser verkraftet als das iPhone die 160 ASA. Die 240mm gehen bei gutem Licht sehr ordentlich. Leider hat sie wie alle neueren Ixus‘ kein Alugehäuse mehr, sondern schnödes Plastik, wo besonders hier bei der Schwarzen jeder Fingertapser sichtbar ist. Die Bildqualität geht preis-/leistungsmäßig völlig i.O.. Die 240 mm brauchen ein wenig Nacharbeit. In Lightroom sind Klarheit- und Schärfenregler ein bisschen nach rechts zu schieben. Bei Weitwinkel siehst du kaum einen Unterschied zum iPhone. Bei Ausschnitten verliert das iPhone gegen den Zoom der Ixus. Sinnvollerweise ist sie Wifi-fähig und verbindet sich ruck zuck mit dem Smartphone. Die Bilder sind zwischen 6 und 7 MB groß, sie kann natürlich nur JPG. Ach ja, der Sensor hat 20 MP.

Ich habe sie noch nicht in Aktion auf dem Motorrad ausprobiert, aber ich denke, sie wird das was ich von ihr will bestens erledigen. Ich habe sie erst mal in eine Apple iPod- oder iPhone-Socke gesteckt, und sie passt wunderbar in die Brusttasche der Lederkombi.

Rückfällig geworden: die kleine Nikon D3200

Eigentlich hatte ich das Thema DSLR ja konsequent abgehakt, und alles dahingehende zugunsten der spiegelfreien Sony A7 versilbert. Aber die Kleine hier fiel mir bei meinem allsamstäglichen Abarbeiten der Einkaufsliste meiner besseren Hälfte im Supermarkt auf dem Weg zu den Waschmitteln praktisch in den Einkaufswagen. Sie stand ganz vorne und in Augenhöhe in der Vitrine mit allen elektronischen Einzel- und Restposten zwischen lauter Telefonen und hat mit dem Preisschild ganz laut gerufen: Kauf‘ mich!. Der Schnäppchenjäger in meinem limbischen System hat hellwach übernommen. Nigelnagelneu, mit Kitglas, originalverpackt im ungeöffneten Karton und weniger als halb so teuer wie etwa beim großen A bis Z-Fluss: Nikons low-budget D3200. Der Produktzähler steht bei Nikon aktuell bei 3400, die 3500 geistert durch die Gerüchteküchen. Das gute Stück stammt aus dem Frühjahr 2012, ist also nicht mehr ganz knusprig, was jedoch völlig nebensächlich ist. Sie war das erste 3er-Modell mit 24 MP auf dem APS-C-Sensor, womit sie um ganze 10 MP ggü. dem Vorgänger zugelegt hat. Sie ist wunderbar klein, wegen des Spiegels etwas füllig am Bauch, sie hat einen Blitz auf dem Kopf und sie ist leicht, so dass sie beim Flanieren am rechten Handgelenk baumelt.

D3200 mit Nikkor 35/1,8 DXAls sie so im Einkaufswagen zwischen den Bananen, den Erdnußflips und den Taschentüchern lag, und die Vorfreude wuchs, schwante mir schon Böses. Denn mir fiel flugs das formidable Nikkor 35/f1,8 DX ein, das unverschämt gut und unverschämt preiswert ist. Um es abzukürzen, ich habe es mir nach erfolgreicher Abnahme meines sonstigen Einkaufs direkt beim großen Fluss geschossen. Ich liebe diese Kombo, und übrigens legt Nikon die Sonnenblende zum Objektiv dazu *like*. Ich habe auch hier darüber geschrieben https://www.facebook.com/stephan.vogt.710/posts/615266695318821?pnref=story . Über die Qualitäten der Linse brauche ich mich nicht auszulassen. Sie sind exzellent. Punkt.

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, man/frau ahnt es. Mit dem 35er sind’s an der Crop-Nikon rund 50 mm kleinbild-äquivalent. Ich habe es als oft-drauf gerne ein bisschen telig, z.B. 85 mm. Das schon etwas ältere 50 mm AF-Nikkor, das ich habe, und das mit cropbereinigten 75mm passen würde, fliegt dummerweise an der kleinen Nikon nicht, da es keinen eigenen AF-Motor hat: ein „Stangen-AF“ also, und die low-budget Nikons eben auch keinen dann notwendigen eigenen AF-Motor („Schraubenzieher-AF“) haben. Ich war wirklich nicht auf der Suche, aber irgendein Dämon hat mir das Yongnuo 50/1,8 auf den Bildschirm gespült. Das fürs Vollformat gerechnete AF-Objektiv kam vergangenes Jahr auf den Markt und fiel zum einen durch den Preis auf, und zum anderen dadurch, dass es einem Canon Fuffzger wie aus dem Gesicht geschnitten war. Du kannst das gute Stück für Canonbajonetts für knapp 50 Euronen erstehen.

D3200 mit Yongnuo 50/1,8 vierFür Nikon gibt es eine weitere Version, die nicht mehr wie ein Canon aussieht und mit derzeit 98 Euro weniger als die Hälfte des Originals von Nikon kostet. Das Bajonett ist trotzdem aus Metall, eine Sonnenblende gibt es nicht im Paket. Ah, nicht tragisch, 58 mm Filterdurchmesser habe ich als wunderbar nostalgische Gummisonnenblende in der Schublade. Sie kann immer drauf bleiben, denn sie bekommt nach getaner Arbeit einen Klaps vorne drauf und dann nimmt sie keinen Platz mehr in der Tasche weg.

D3200 mit Yongnuo 50/1,8 einsEs wirkt gar nicht mal so übel in  der Hand und geht mit ein bisschen Nachdruck auf die Kamera. Ich habe auf dem Stativ ein paar „Testbilder“ mit unterschiedlichen Blenden gemacht. Das Bild ist bei 100% am 27er Schirm bis 5,6 fluffig-weich, und die Ecken taugen für große Vergrößerungen nichts, ab 5,6 ist einschließlich der Ecken alles scharf. Offenblendig ein prima Portraitpaket. Der eingebaute AF-Motor informiert lautstark über seine Arbeit, Fokussieren ist kein Geheimnis mehr. Das Objektiv geht preis-leistungsmäßig für die kleine Crop-Nikon völlig in Ordnung. An der Vollformat-Nikon könnte es allerdings problematisch werden. Wenn die Ecken beim Crop offenblendig schon heikel sind, dann wird’s beim großen Sensor eher übel. Vielleicht klemme ich die Linse mal an die Vollformat-Sony, den passenden Adapter habe ich ja.

Meine photokina 2016

Ich bin nun schon lange eiserner photokinabesucher, und dieses Jahr durfte ich ja wieder mit Presseausweis hinein. Normalerweise fiebere ich schon Wochen vorher auf den Termin hin, aber dieses Jahr war es anders. Keine Vorfreude, keine Spannung. Ich habe es nicht verstanden, bis ich nach meinem Messetag gestern Abend im Auto auf der Heimfahrt saß und den Tag Revue passieren ließ.

Ich fand es einfach unspannend.

Das liegt nun nicht daran, dass man – noch mehr als in der Vergangenheit – schon wusste, was einen erwartet. Nein, es gab einfach keine Knaller. Klar ist Fujis Vorstoß ins digitale Mittelformat ein Highlight, genauso wie Hasselblads mittelformatige Spiegellose. Nur interessiert mich das halt weniger. Dafür gab es auffallenderweise Unmengen an Taschen-, Licht- und Stativausstellern. Unglaublich viele. Gerade was Stative anbelangt: wenn du mal an einer Kreuzung stehen geblieben bist, und an allen 4 Ecken waren Stative ausgestellt, waren sie alle schwarz und ein/dreibeinig und unterschiedlich hoch, was halt Stative so ausmacht. Da gibt es eben nur eine begrenzte Vielfalt, aber…wie machen das diese vielen Firmen, die mit dem gleichen Produkt konkurrieren? Bei den Lampen ist es ähnlich. Bei Taschen ist die Vielfalt dann doch deutlich höher, und da habe ich auch genauer hingeschaut, weil ich immer noch „meine“ Tasche suche, die ich aber wieder nicht gefunden habe.

Ich hatte natürlich all‘ die neuen Kameras in der Hand… und fand es langweilig. Natürlich mag es jemanden beeindrucken, dass man die Pentax K1 am Display festhalten und herumwackeln kann, oder dass Sonys neue A99II jetzt auch 42 MP hat wie ihre Schwester A7rII, oder die Olys und Panas schnelleres 4k und auch ein paar MP mehr haben wie Canons neue 5D nun auch. Aber: just another camera. Zweifelsohne sind das alles exzellente Kameras, die sich aber kaum noch voneinander unterscheiden und fast schon beliebig austauschbar sind, und eine schlechte Kamera gibt es heute bei den etablierten Herstellern nicht mehr. Ach ja, die überflüssigste Kamera? Canons spiegellose M5. Das ist ein neues System mit neuem Anschluss; Canons DSLR-Gläser innerhalb der Familie passen nur per Adapter. Dafür werden 1200 Euronen aufgerufen. Hallo? Da haben andere Mütter aber deutlich attraktivere Töchter. Da musst du etwa nur mal bei Fuji vorbeischauen (bin ja insgeheim ein stiller Fan von Fuji). Mein „Haben-Will-Gen“ jedenfalls, sonst ein untrüglicher Hinweis auf spannende Sachen, hat bei Kameras komplett geruht. Es hat nur bei Objektiven ein paar mal ein Augenlid angehoben, als mein limbisches System die E-Mount Voightländer 15 und 10 mm erspechtete, oder alle Zeiss‘ Batis an der Sony A7, oder Sigmas neues 12-24 mm Art für Vollformat. Ich war auch gespannt auf Samyangs AF-Festbrennweiten für die Sony. Leider hatte die drangesteckte A7 erhebliche Probleme überzeugend den Fokus zu finden, oder es war das Objektiv. Egal, auf jeden Fall hörte sich das nach harter Arbeit an und hat (zu) lange gedauert.

Ich schaue ja gerne bei den „Kleinen“ vorbei. Die hausen in einer der weißen Standardausstellerboxen mit Holzboden, einem Stuhl, einem Tisch, darauf zwei Blitzgeräte, daneben ein Stapel Prospekte in chinesisch oder koreanisch oder japanisch (ich kann das nicht unterscheiden), daneben Businesskarten, eine Flasche Wasser und eine Tupperbox voller Nudeln und ein strahlender Anbieter. Du hast nur kurz Augenkontakt mit einem der Blitze und schon wirst du mit einer Verbeugung angesprochen. Ich wünsche euch wirklich viel Erfolg.

Da ich die Hardware schon früh abgehakt hatte, habe ich mich den Bildern gewidmet. Jede der großen Kamerafirmen hatte ihre Bildergalerie. Großformatige Photos, gemacht von einem wohl bekannten Photografen und natürlich mit einer Kamera des jeweiligen Herstellers. Großformatig heißt, dass die kurze Kante mindestens 1m oder so hatte. Darüber, ob das jetzt tolle Bilder waren kann man sich streiten; die tollsten gab’s bei Leica. Darum geht’s mir jetzt auch gar nicht. Alle Photos waren natürlich technisch astrein, insbesondere was Schärfe und optische Auflösung anbelangt. Und zwar – und jetzt kommt’s – egal ob mit einem Vollformat- oder APS-C- oder MFT-Sensor aufgenommen. Du könntest Bilder etwa einer A7r, einer D500 und einer Oly M1 nebeneinander hängen und du würdest keinen Unterschied sehen. Es gibt jetzt dafür zwei Erklärungsmöglichkeiten. Erstens, es wurde gemogelt, oder aber – und das gefällt mir viel besser – zweitens, die Kameras liegen bildqualitativ alle gleich auf! Die Unterschiede reduzieren sich heutzutage ausschließlich auf die jeweiligen, eben nicht weg zu bringenden physikalischen Grenzen, die sich aus der unterschiedlich großen Sensorfläche und der Pixeldichte ergeben. Es hat hier im Netz jemand geschrieben, dass der Unterschied zwischen den „größeren“ Sensorsystemen „eine Blende“ ist. Um die gleiche Schärfentiefe wie bei Vollformat zu erhalten (bei gleichem Bildwinkel), muss bei APS-C um eine, bei MFT um zwei Blenden aufgeblendet werden (das ergibt sich aus dem Cropfaktor). Das Rauschen eines MFT-Sensors bei 1600 ASA entspricht in etwa dem eines APS-C-Sensors bei 3200 ASA und in etwa dem eines Vollformatsensors bei 6400 ASA. Der Rest ist Software. Ein schöner Gedanke.

Mein Fazit: es war schön, dass ich den ganzen Kram mal in die Finger bekommen konnte. Das wird ja im wahren Leben immer schwieriger. Fotoläden mit umfangreichem Sortiment findest du ja kaum noch, und es werden immer weniger. Wir haben hier im Rhein-Maingebiet ein oder zwei, und die Voightländerobjektive etwa hat hier keiner in der Vitrine. Prima waren auch ein paar Diskussionen, für die es an manchen Ständen noch Zeit und Interesse gab. Besonders aufgeschlossen waren wie vor 2 Jahren auch die Leute von DxO. Ich glaube einfach, die Zeit der Knaller ist vorbei. Die Anzahl der Varianten ist begrenzt, und jeder Hersteller beherrscht sie. Die Ausrüstung wird einheitlicher und die Unterschiede unschärfer. Ich hatte eigentlich vor, ein zweites Mal diese Woche hinzufahren. Aber das werde ich lassen.

Ein paar Bilder gibt es hier:

Check Objekitvlinie bei Zeiss Canon caputt file ins Wasser auf der KameramessePauseevo to revoaus der Leicagallerie

„Nur“ 12 MP in der Four-Third-Oly oder Auflösung wird kolossal überschätzt

Es hat aufgehört zu regnen, die Temperaturen bewegen sich im positiven Bereich und es herrscht eine neblig-düstere Stimmung draußen. Das sind genau die Randbedingungen, die ich mir gewünscht habe, um mal wieder dem Freilichtmuseum Hessenpark (guckst du hier: Hessenparkeinen längst fälligen Besuch abzustatten. Das letzte Mal war ich vor 6 Jahren dort, damals mit der Fuji S5, die ja die Nikon D200 im Bauch hatte. Sonntagmorgen um zehn, dann noch gemischtes Wetter, eigentlich müsste ich den Hessenpark für mich alleine haben. Die aktuellen Bilder sind hier.

Oly E-5 mit Zuiko 7-14mm

Ich wollte nur mit einem Objektiv los und das mit kräftigem Weitwinkel, und da kam mir meine 2011er Olympus E5 in den Sinn, zusammen mit dem tollen Zuiko 7-14 mm f/4. Das gute Stück ist eine normale DSLR mit 12 MP auf dem Four-Third-Sensor, ist dafür ziemlich groß, mit dem Batteriepack (wegen des Hochformatauslösers) sowieso, und das Objektiv ist auch nicht gerade zierlich. Gehäuse und Objektiv sind wassergeschützt, sollte also wider Erwarten doch noch der Regen kommen, sind die Kamera und ich gewappnet.

Nach all den Spiegellosen, mit denen ich in den vergangenen Monaten umgegangen bin, habe ich hier ein mächtiges Stück Digitalkamera in der Hand, mit „nur“ 12 MP, einem vergleichsweise sehr trägen Live-View, dafür aber ein in alle Richtungen dreh- und schwenkbares Display.

Warum schreibe ich diesen Post?

Die Überschrift deutet es mit dem „nur“ bereits an. Ich versuche, mir seit einiger Zeit ein eigenes Bild davon zu machen, wie wichtig oder sogar entscheidend die Auflösung des Sensors ist. Derzeit pendelt sich „Hochprozentiges“ bei Vollformat bei 36, bisweilen 42 und vereinzelt 50 MP ein, bei APS bei 24 MP und bei MFT und auch schon den 1-Zöllern bei 20 MP. Die kleineren Sensoren lasse ich mal weg. Bis auf die 42/50MP konnte ich zu den genannten Sensoren/Auflösungen Ergebnisse auf dem 27 Zoll Bildschirm begutachten. Und dazu natürlich meine 12 MPixler Oly E5. Begutachtung am Bildschirm wohlgemerkt, nicht ausgedruckt. Dann müsste ich auf mehr als DIN A2 gehen, um vielleicht einen Unterschied sehen zu können. Zu teuer und sooo wichtig ist es dann nun auch nicht. Im Vorbeigehen waren die Fortschritte beim Rauschen bei den (M)FT-Sensoren am deutlichsten sichtbar. Da kommt die Oly ab ISO 800 nicht mehr mit. Auf der anderen Seite sehe ich auch, dass sich das Rauschverhalten der Sensoren aller größeren Formate in den hohen ISO immer mehr annähert. Da die physikalischen Gegebenheiten der Sensoren zum Thema Rauschen nicht beseitigt werden können, wird also die Software immer besser, was ja nicht schlimm ist. Aber zurück zur Auflösung. Meine D800 hatte 36 MP, meine aktuelle Sony und die Leica M240 haben 24 MP und die Oly 12 MP. Bei den FF-Bildern sehe ich am 27-Zöller-Schirm formatfüllend keinen Unterschied, auch beim Reinzoomen nicht. Hängt natürlich auch vom Objektiv ab, aber ich denke doch, dass das Sigma 35 mm „Art“ die Grenzen eines 36er bzw 24er Sensors gut darstellen kann. Die Oly mit einer nur halb so großen Auflösung hat mich überrascht. Ich hatte eigentlich noch nie Kamerabilder verschiedener Kameras technisch verglichen, weil es eigentlich Blödsinn ist und die Ausgangsbedingungen zu unterschiedlich waren. Hier habe ich doch mal im Archiv nach 36 und 24MP Bildern mit vergleichbaren Voraussetzungen gekramt und die Bilder nebeneinander gehalten.

  • Die 36 MP haben für mich keinen verwertbaren Vorteil ggü. den 24 MP
  • Am Bildschirm kann man die Oly-Bilder nur identifizieren, wenn man weiß, welche Kameras mitspielen
  • Erst unrealistisches Reinzoomen macht Unterschiede sichtbar

Meine letzte Hochzeit habe ich mit der Sony A7II und der Panasonic Lumix FZ1000 fotografiert, und die Bilder bedenkenlos vermischt. Da sieht keiner die Unterschiede. Ich überlege ernsthaft, die nächste Hochzeit mit der Oly anzugehen. Da habe ich die beiden Sahnestückchen 7-14 mm und 12-60 mm. Solange ich nicht über 800 ASA muss geht das sicherlich prima.

Alte Schätzchen oder Adapter Teil IV

Wie Ihr ja inzwischen wisst, bin ich derzeit auf dem alte-Objektive-an aktueller-Kamera-Trip. Nach den Canon FDs aus den 70ern (Adapter Teil III) präsentiere ich Euch heute das 90 mm f/2,8 Elmarit Serie 1 Leica R von 1963 an der Sony A7II; es ist ein „R“, kein „M“.

Elmarit R 90mm an Sony A7II

Leica hatte ja auch erfolgreich (jedenfalls zu Filmzeiten) Spiegelreflexkameras Typ Leica R („R“ wie Reflex) gebaut. Diese Linse hatte ich anno dunnemals auf einer Börse an einer Leica R3 geschossen. Das guter Stück ist aus dem Vollen gefräste, massive Feinmechanik, mächtig groß, wiegt knapp unterhalb einer Tonne und hat eine fest eingebaute Teleskopsonnenblende, die sich imponierend weit ausfahren lässt. Zusammen mit dem Adapter (nicht den sündhaft teuren von Novoflex, sondern absolut ausreichend einen in mittlerer Preis und Güte von 40 Euronen) eine göttliche Kombo, die das 85er FD und das 85er Nikkor locker in die Tasche steckt. Ok, mit offen 2,8 gegenüber den 1,8ern mit einer Blende leicht im Vorteil, aber dafür schon offen scharf bis in alle Ecken und nicht so weich, dass ich die „Struktur“ in Lightroom bemühen müsste. Mein klarer kleines-manuelles-Tele-Favorit an der Sony.

swirling Bokeh

Und überraschend, erst am Bildschirm sichtbar, das „swirling“ Bokeh, der sich scheinbar drehende Hintergrund. Puh, da wird einem fast schwindelig  🙄 Ob Leica das weiß?

Hey, Sophie http://www.pixelsophie.de das wäre was für Dich als Bokehfan  😉

herbstliche Farbengleicher Standort Igleicher Standort IIVerschlusssacheBlätterbündel Schilfgriffe  Auftrieb

 

Alte Schätzchen oder Adapter Teil III

Wie schon beschrieben, eignet sich Sonys A7 großartig, per Adapter alte Gläser dranzuhängen.

151017_Q_Sony_FD_35_85_02Tief in meiner schon fast vergessenen Canon FD-Tasche verborgen liegen zwei zu ihrer Zeit außerordentliche Objektive: FD 35 mm f/2 S.S.C von 1976 und das FD 85 mm f/1,8 S.S.C von 1974, beides „alte“ FDs mit dem Chromring. Der nicht sichtbare Adapter ist einer der teuren, guten von Novoflex. Zu beachten ist, dass der Mitnehmerstift des Adapters beim Ansetzen des Objektives so hinter den Blendenhebel am Objektiv zu platzieren ist, dass das FD mit Arbeitsblende arbeiten kann.

Ich wollte mal sehen, wie sich beide bei natürlich offener Blende schlagen, und wie sich der unscharfe Hintergrund (Neudeutsch aus dem Japanischen: das „Bokeh“) darstellt.

Seht selbst. Ich finde die Ergebnisse sehr ansprechend. Ich musste ein klein bisschen nachhelfen, denn beide Objektive sind offen weich und eigentlich schön fluffig, was ja schon passend sein kann, aber hier habe ich die „Klarheit“ in Lightroom ein klein wenig nach rechts geschoben. Das 35er vignetiert bei offener Blende, was sich in Lightroom locker bereinigen lässt. Fokussieren war kein Problem. Die Lupe (liegt bei mir auf C2) hilft da schon sehr. Besonders beim 85er ist es jedoch wichtig, die Intensität des Fokuspeakings der Sony auf mittel oder sogar niedrig zu stellen. Je intensiver eingestellt, desto mehr Kantenhervorhebungen (oje) erscheinen und umso weniger ist sichtbar, wo nun eigentlich die Schärfenebene liegt, und ich hatte unscharfe Bilder.

151017_A7II_SWPark_02_FB 151017_A7II_SWPark_01_FB151017_A7II_SWPark_17_FB151017_A7II_SWPark_15_FB151017_A7II_SWPark_16_FB 151017_A7II_SWPark_14_FB 151017_A7II_SWPark_13_FB 151017_A7II_SWPark_12_FB 151017_A7II_SWPark_11_FB 151017_A7II_SWPark_10_FB 151017_A7II_SWPark_09_FB 151017_A7II_SWPark_08_FB 151017_A7II_SWPark_07_FB 151017_A7II_SWPark_03_FB151017_A7II_SWPark_06_FB 151017_A7II_SWPark_05_FB 151017_A7II_SWPark_04_FB

Der Stabi der Sony A7 II er lebe hoch

Seit ich mir die Sony A7 II geholt habe, könnte sie hier meine Favoritenkombination werden; vorne dran hängt das 85/1,4 von Walimex.

150525_A7II_SlB8Wie Ihr wisst, hat das Wali keinen Autofokus, nicht ein Fitzelchen Elektronik und auch keinen Stabi, aber die 2er Sony hat jetzt einen 😀 und ich brauche mir um die Belichtungszeit kaum noch Gedanken zu machen. Und es funktioniert wirklich. Genau das Richtige für meine alten Gläser.

Also habe ich der Kamera erzählt, dass sie eigentlich kein Objektiv hat, habe die Lupe auf C2 gelegt (da komme ich mit meinem Zeigefinger besser dran), Fokuspeaking auf gelb, das ich am besten sehe, Intensität auf mittel, Kamera auf M, die ISO-Automatik auf max. 400 ISO eingestellt und das Objektiv bei offener Blende eingerastet. Ok, ist schon richtig, dass bei offener Blende und bis zu ISO 400 der Stabi nicht sonderlich gefordert wird. Aber meine persönliche Verwackelerfahrung mit diesem 85er an der Vorgänger-A7 ist, dass ich min. eine 1/250 brauchte, um auf akzeptabel scharfe Bilder zu kommen. Hier sind einige so zwischen 1/100 und 1/200, und es ist keine einzige verwackelt. Und ich kann mit den ISO weiter unten bleiben. Einfach beruhigend.

150524_A7II_Eschborn_SlB8_10 150524_A7II_Eschborn_SlB8_09 150524_A7II_Eschborn_SlB8_08 150524_A7II_Eschborn_SlB8_07 150524_A7II_Eschborn_SlB8_06 150524_A7II_Eschborn_SlB8_05 150524_A7II_Eschborn_SlB8_04 150524_A7II_Eschborn_SlB8_03 150524_A7II_Eschborn_SlB8_02 150524_A7II_Eschborn_SlB8_01

 

Kit-Test: Olympus 45/1,8 an der alten, neuen, roten Lumix GF3

Ich hatte mir die kleine Lumix für 99 Euronen in der Bucht geschossen, um sie als Kit mit meinem Olympus 45/1,8er zu verheiraten.

Lumix GF3Damit bin ich heute bei Sonnenschein losgezogen. Die GF3 hat ja „nur“ 12 MP auf dem MFT-Sensor, und die Ergebnisse sind selbst bei offener Blende zusammen mit dem wirklich guten Objektiv erste Sahne.

 

 

Schattentreppe Schloss Zaunast Wolle Blatt Wuerstchen Weg Sitze 1 Sitze 2 Sitze 3 Handschuh Zwillinge

Mein kleiner Luxus: eigene Kamera-Kits

Ich wollte das immer schon mal haben: eine, und nur eine, tragbare Tasche (also z.B. für schmerzfreie 9 Stunden durch Paris) voll mit Kameras und meine Lieblingsobjektive vorne drauf. Also kein Umstecken mehr. Wenn ich eine bestimmte Brennweite möchte, dann greife ich einfach nach der entsprechend bestückten Kamera. Dass dies ein effizientes Akkumanagement erfordert, und ich nachher Diskjockey spielen muss mit den vielen einzelnen Speicherkarten lasse ich mal weg. Thom Hogan hatte schon geschrieben: „(…) we tend to collect lenses over time and build shooting kits and are looking at all the parameters and our shooting habits (…). Statt des (nicht existierenden) Hyperzooms mit 7-300 mm, nehme ich mir meine Favoriten und jeweils eine Kamera dazu 😆 Individuelle Kits zu bauen ist natürlich a) eine Frage des Volumens/Gewichts. Drei oder vier D810 mit Objektiven (*ironie*) brechen einem irgendwann das Schlüsselbein. Und natürlich b) eine Frage der Kosten, bzw. der Einschätzung dessen, was einem die Geschichte wert ist.

Ich habe bzgl. a) und b) den für mich schönsten Weg gefunden.

Lumix_Kit_1Kleine leichte Panasonic Lumixen. Alle so groß wie Kompakte, aber mit großem MFT-Sensor. Es sind 3x GF3 in schwarz, braun und rot und einmal GF5. Alle in den vergangenen Monaten gebraucht auf Börsen und in der Bucht geschossen und keine teurer als 99 Euro. Zu den Kameras hatte ich hier schon geschrieben, also brauchen wir uns hier um so nebensächliche Dinge wie Bildqualität, Geschwindigkeit und Rauschen nicht weiter zu beschäftigen. Das passt. Die Objektive hatte ich schon alle und so sind nun jeweils vorne drauf das Fisheye von Samyang, dann das 20 mm von Panasonic, das 45 mm von Olympus und – tja nicht ganz konsequent – das 14-42 mm von Panasonic. Statt letzterem wäre es eigentlich – für das konsequentere Portfolio – das 75/1,8 von Olympus, das jedoch in einer nicht mal so eben erreichbaren Preisliga boxt.

Lumix_Kit_3Und nun die Tasche. Eine alte Tamrac-Umhängetasche. Schön gebraucht und unauffällig. Insofern nicht ganz ideal, als der Deckel zum Körper hin geöffnet wird. Also ein Projekt für die nächste Börse  😉

Die rote GF3 habe ich heute bekommen und somit gibt es morgen einiges auszuprobieren.

 

 

iPhone 6 Plus Kamera: Respekt

Ich hatte ja nun 2 Jahre lang ein 5er und habe die (rückwärtige) Kamera oft genutzt und fand sie für die Sensorgröße von 4,54×3,42 mm ganz ok. Die Kamera im 6+ hat nun in allen Belangen deutlich zugelegt. Der Sensor hat die gleiche Auflösung von 8 MP, ist aber mit 4,80×3,60 mm einen Tick größer als der des 5ers, was der IQ sehr zugute kommt. Ich bin überrascht  😆

Anbei ein kleines Beispiel. Ich habe es lediglich direkt aus dem Telefon in den LR6 importiert, was ich immer mache, um zu schauen ob das Bild wenigstens scharf ist, und dann ohne etwas daran zu machen direkt wieder exportiert, ooC sozusagen. Lightroom hat übrigens ein eigenes Profil für das iPhone.

Die Daten: f 2,2, ISO 40, 1/15 Sekunde, aus der Hand. Die Datei ist 3,4 MB groß.

Paulskirche iPhone 6+

In der Paulskirche zu Frankfurt/Main

 

Pixel peepen ist hier völlig sinnlos und Zeitverschwendung. Herrschaften, der Sensor ist halb so groß wie der Fingernagel meines kleinen Fingers. Ich hatte mal zur Übersicht die verschiedenen Sensorgrößen zum vergleichen auf Millimeterpapier aufgemalt. Der Bleistift muss schon richtig gut angespitzt sein, damit die Sensorfläche des iPhones überhaupt ordentlich sichtbar wird. Ich finde es einfach nur erstaunlich, was aus diesem kleinen Sensor und dem Bonsaiobjektiv davor herausgeholt wird. Schaut Euch nur mal die Fenster an.

Überhaupt das 6+. Dank des größeren Displays habe ich jetzt auch begonnen, Bilder direkt auf dem iPhone zu bearbeiten bevor ich sie z.B. in Facebook oder Whatsapp packe: wie Ihr ja inzwischen wisst 😉 , bin ich ausgewiesener Schwarz-Weiß-Anhänger und es gibt tolle Apps. Mein derzeitiger Favorit ist „Perfect B&W“ von onOne, von denen ich auch ein paar LR-PlugIns habe. It’s fun  :mrgreen: , und die Kompakte bleibt zuhause.