„Da Capo“ auf dem Alten Flugplatz („Fino“ ist offen)

Ich gebe zu, ich bin ein Wiederholungstäter. Der Alte Flugplatz im Arboretum zwischen Eschborn und Sulzbach hat es mir angetan, und ich war schon öfters dort. Jedoch, man/frau dürfen da nicht einfach reinmarschieren. Ich hatte das mal blauäugig probiert und wurde prompt höflich aber bestimmt wieder rauskomplimentiert, was die ganze Sache natürlich nur umso spannender macht. Es gibt zur Abwehr unerwünschter Zeitgenossen einen Zaun drumherum, und es dürfen auch nur THW, Feuerwehr und ähnliche Organisationen auf das Gelände, um dort zu Übungszwecken Autos anzuzünden oder Puppen in nachgebaute Hochspannungsleitungen zu drapieren. Aber das Gelände drumherum ist wild, und du musst nur geduldig am Zaun entlangtigern bis du ein Loch gefunden hast. Sie werden immer mal wieder vergeblich gestopft, aber ich kenne alle Durchgänge.

Der Alte Flughafen ist ein echter „Lost Place“. Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb 2010 dazu:

„Der Militärflughafen, den die Deutschen Ende der 1930er Jahren unter dem Tarnnamen „Schafweide“ errichteten, bestand zunächst nur aus einer großen Wiesenfläche und wenigen Baracken. Er diente der Reichsluftwaffe zur Ausbildung an Lastenseglern. Das sind lautlose Flieger, die Segelflugzeugen ähneln. 1945 fiel der Flughafen unter die Kontrolle der Alliierten – ein Jahr zuvor hatte es einen schweren Bombenangriff mit 65 B-17-Bombern gegeben. Die Amerikaner richteten mit Hilfe von 1000 deutschen Kriegsgefangenen den Flughafen wieder her und ließen unter anderem eine 1600 Meter lange Start- und Landebahn anlegen. Unter US-Kommando war er anfänglich der einzige noch benutzbare Flughafen im Rhein-Main-Gebiet. Bis Kriegsende wurden von dort amerikanische Angriffe auf Süddeutschland geflogen. Außerdem nutzte ihn der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte, General Dwight D. Eisenhower, der in Kronberg residierte, zum Starten und Landen.“

Hier ein paar Bilder als Appetizer. Alle Bilder mit der Sony A7. Mehr dazu findet Ihr hier.

Finster

Mein Lieblingsbild

 

Eis auf dem Feldberg/Taunus

Er hatte eine weiße Spitze und die Sonne schien: der Feldberg/Ts. Also ideal zum Photografieren. Mit Mütze, Handschuhen und der Sony A7 bewaffnet los. Aber ich durfte nicht bis ganz nach oben, wegen Eisbruchgefahr. Das galt natürlich nur für Autos 😉 und so bin ich losmarschiert. Da es bis zum Plateau ganz oben doch ein paar Kilometer sind, waren nicht soviele unterwegs. Ich habe mir eine kalte Nase geholt, ansonsten war es großartig. Bilder gibts hier.

Adapter Teil 2

Flektogon 4/20 an A7Vom Adapterfieberwahn befallen habe ich mir nun doch nach zugegebenermaßen nur kurzem innerlichem Kampf („Haben ist besser als Brauchen“ 😆 ) die Sony A7 geschossen; die „kleine“ mit dem 24MP-Vollformatsensor. (Nachtrag: Seit Mai 2015 Sony A7 II) Und zwar nur aus einem einzigen Grund: ich möchte meine alten Schätzchen aus analogen Zeiten per Adapter dranklemmen. Aus 5 Jahrzehnten Photografieren hat sich so einiges an Objektiven angesammelt, die ich schon abgeschrieben hatte. An meine Nikons ging eigentlich nichts anderes als Nikon, was bei gleichem Bajonett auch ok ist. Aber da die Nikons ein großes, wenn nicht sogar mit über 46mm das größte Auflagemaß haben, gab es für andere Marken immer eine Linse im Adapter. Nicht ideal, und ich habe es auch nicht gemacht.

FD 2,8/20 an A7Die A7 hat ein Auflagemaß von 18mm. Damit geht so ziemlich alles problemlos dran, selbst Leicas M’s mit ihren knapp 28mm. Bei den Adaptern hat man die freie Auswahl. Da gibt es die edlen von Novoflex bis zu einfachster Chinaware für 8 Euronen. Ich habe mit Novoflex angefangen, vorallem wegen der Leicaobjektive, mich aber dann für den Zwischenweg entschieden. Es gibt sehr ordentliche Adapter für 40 bis 50 Euronen. An die ganz preiswerten habe ich mich nicht rangetraut. Obwohl das schon toll wäre. Bei 8 Euro könnte man sich für jedes Objektiv einen eigenen Adapter gönnen 🙄 .

Summaron an A7Ich habe noch nicht alles durchprobiert, weiß aber, dass ein 50 Jahre altes Leica M Summaron 35 astreine Ergebnisse bringt, das Nikkor 2,5/105mm genauso gut geht wie damals an der F3 und das Canon FD 2,8/20mm offen in den Ecken schwächelt und etwas weich, ab 5,6 aber prima.ist.

Die Jagd auf alte, edle und lichtstarke  Gläser ist damit eröffnet, und in der Bucht oder auch auf Fotobörsen hat man das bereits verstanden, und die Preise steigen. Immer öfter liest man den Zusatz: an A7 getestet, oder so ähnlich. Dann ärgere ich mich, dass ich in den vergangenen Jahren Objektive verscherbelt habe, nach denen ich mir heute wieder alle Finger lecken würde. Schlauer ist man aber immer hinterher.

Scharfstellen geht mit dem Focus Peaking und der Lupe (habe ich mir auf eine Taste gelegt) an der A7 problemlos, vorallem wenn man/frau mit manuellem Scharfstellen aus Vor-AF-Zeiten noch umgehen kann. Die Belichtungsmessung geht mit Arbeitsblende vonstatten, was ebenso einfach ist, weil der Sucher/das Display das Belichtungsergebnis anzeigen.

 

 

 

Der Adapter – Des Adapters – Dem Adapter – Den Adapter *)

*) Duden: Wortart: Substantiv, maskulin / Gebrauch: Technik / Bedeutung: Zusatz- oder Verbindungsteil, das den Anschluss eines Gerätes oder Geräteteils an ein Hauptgerät oder an den elektrischen Strom ermöglicht / Herkunft: lateinisch: adaptare=anpassen

Wovon ich rede? Wir hatten auf unserem letzten Photostammtisch in Heidelberg darüber philosophiert, dass Sophie (guckst du hier: http://www.pixelsophie.de/ ) begeistert alte M42-Gläser an Ihre EOS schraubt. Und da ist mir eingefallen, dass ich ja auch einen vernachlässigten Adapter zuhause liegen habe: Canon FD an MFT. Aus meinen FD-Zeiten vor über 30 Jahren habe ich noch ein paar Klassiker hier: 20, 24, 28, 35, 50, 85 und 135mm. Vom Stammtischgespräch motiviert, habe ich den Adapter (der teure von  Novoflex) heute Nachmittag mal ausgebuddelt und ein paar Objektive an meine 3 Jahre alte Panansonic Lumix GF3 adaptiert. Mit dem 135er sieht das dann zum Beispiel so aus:

140510_GF3_Canon_an_MFT_2_si8b8_001 140510_GF3_Canon_an_MFT_1_si8b8_001

Der Adapter ist „dumm“; Objektiv und Kamera reden nicht miteinander. Ich musste der kleinen Lumix sagen, dass sie auch ohne Objektiv auslösen soll. Und dann geht es mit Arbeitsblende weiter, was kein Problem ist, da das Display das Belichtungsergebnis anzeigt. Du musst die alten Herrschaften schon ein gutes Stück abblenden, sonst gibt es Matsch. So ab 5,6 gibt es scharfe Bilder, wobei es keine Schärfe ist, wie sie ein aktuelles Objektiv bringt. Die Bilder haben eine ganz eigene, „analoge“ Anmutung, keine harte Kantenschärfe, dafür richtig schön fluffig, atmosphärisch und das mag ich sehr. Mit dem Scharfstellen gab es keine Probleme. Abgeblendet auf 5,6 oder mehr kompensiert die Schärfentiefe des kleinen Sensors fast alles. Ich werde mal ein paar Beispiele in meine Fotokiste packen, sofern das auf dem Bildschirm auch sichtbar ist.

Ab 50mm wird’s mühsam. Das sind 100mm an der MFT und die Lumix kennt keinen Stabi. Das machen normalerweise die Lumixobjektive. Ich habe beim 50er min. eine 250tel gebraucht; darunter lief gar nichts. Das 135er ist noch heikler. Das ergibt ein 270er und da musste ich mit den ISO schon kräftig hoch, um mit einer 5,6 oder sogar 8 eine ausreichend kurze Zeit realisieren zu können. Unterhalb einer gewissen Helligkeit bleibt nur das Stativ.

Das führt natürlich zu der Überlegung, ob das nicht zu einem Revival meiner alten Schätzchen führen könnte. Da gibt es noch diverse Nikkore, Zuikos, Pentax‘ und nicht zu vergessen zwei Leica „R“. Ideal ist hierfür die Sony A7…oje….

Adieu Nikon

Ich hatte ja schon länger die Leica M9, hatte sie aber nie so richtig ins Herz geschlossen. Sie blieb halt zugunsten von Autofokus und Zoomobjektiven in der Tasche und ich war schon am Grübeln, ob ich sie verkaufen sollte. Aber neu motiviert auf den Leica Erlebnistagen, die jedes Jahr im November in Wetzlar stattfinden und den vielen Gesprächen dort, hatte ich mich in den vergangenen Wochen nochmals ernsthaft mit der Guten auseinandergesetzt und versucht, meinen Leicastil zu finden. Und in den paar Wochen intensiven Übens 🙄  sind wir dicke Freunde geworden: die Leica, das 50er Cron und ich. Meine Bilder (9 von 10 Bilder werden schwarz-weiß in Lightroom und Silver Efex) gefallen mir sehr. Vorallem die Schwarz-weißen bekomme ich inzwischen so hin, dass sie diese Leica-Anmutung aus Filmzeiten haben. Tja, die M9 ist halt bei schlechtem Licht nicht der Knaller. Ab 1200 ASA ist Schicht im Schacht, und wenn man nach Objektiven kleiner 28mm schielt, dann kommt immer der Aufstecksucher ins Gespräch, der den ganzen Apparat verschandelt. Der langen Rede kurzer Sinn, ich habe mir die M(240) gegönnt und die M9 verkauft. Als schwarz-weißer Fotograf war natürlich die Monochrom Thema, aber wie bereits weiter unten geschrieben: ich brauche die Farbkanäle und will nicht wieder mit Filtern vor dem Objektiv hantieren. Und weil mir das Fotografieren mit der M soviel Spaß macht, gehe ich jetzt das Risiko ein und habe meine Vollformat-Autofokus-Zoom-Ausrüstung (D800 etc) versilbert. Die APS-C Nikonsachen hatte ich schon im Dezember auf der Börse in Darmstadt vertickert. Ausser ein paar alten Objektiven habe ich jetzt nichts mehr. Ein neues Zeitalter bricht an. Ich bin gespannt  😆

Forum-Unsinn

Ich glaube, das werde ich in diesem Leben nicht mehr verstehen. Es ist mir ein völliges Rätsel, wie anhand zweier ins Forum hochgeladener jpg’s jemand den Nachweis führen oder erkennen will, dass der Sensor oder das Obkjektiv der einen Kamera besser ist als der bzw. das der anderen.
Bin heute mal wieder durch die diversen Markenforen geschlendert und stoße immer wieder auf dieselben Phänomene. Sagt einer, das Objektiv A ist phantastisch und viel besser als das Objektiv B. Erste Reaktion: das kann gar nicht sein, ich habe Objektiv B und das ist das beste (weil er es hat, Anm.d.Autors), zweite Reaktion: lade mal Bilder hoch, damit wir was sehen. Wie bitte? Beurteilung anhand fremder Bilder, von denen keiner weiß, was da für Softwaren rübergezogen wurden?
Besonders schlimm ist das, wenn neue Superapparate auf den Markt kommen. Dann gibt es Zeitgenossen, die sich zuhause hinsetzen, ihre nun „alte“ Kamera in die Hand nehmen und anfangen zu heulen, denn jetzt ist ja was besseres da (was auch immer das heißen mag). Hatte hier von einem gelesen, der richtig erleichtert war, dass er bei der neuen Sony A7r, einem Pixelbiest mit 36mp, bei 6400 ASA in der 100%-Vergrößerung einer Aufnahme in der Dämmerung am Rand Rauschen entdecken konnte. Also echt, Sony, geht gar nicht und außerdem ist die Kamera viel zu teuer.
Man kann sich nicht dem Eindruck verschließen, dass doch viele nur fotografieren, um die Qualität ihrer Kamera und der Objektive darstellen zu können, die dann pixelpeepend vor dem 27er Schirm sitzen und den Zoom auf 1000% drehen, um zu schauen ob’s irgendwo rauscht. Das sind die einen. Die anderen gehen auch nicht zum Bilder machen, sondern arbeiten sich durch die Menüs und die Anleitungen, um zu sehen, ob bei ISO-Automatik, Rauschunterdrückung auf mittel die Blitzsynchronisationszeit tatsächlich max eine 500stel ist, und ob bei ganz großen Raws, AFC und Dauerfeuer der Pufferspeicher der Kamera tatsächlich wie im Forum abwertend geschrieben schon bei 25 Aufnahmen aufgibt, wo doch der Prospekt 30 sagt.
So manche Zeitrgenossen sollte man daran erinnern, dass Kameras nur einen Zweck haben. Nämlich Bilder aufzunehmen, diese zu speichern, um uns später Freude damit zu bereiten.

Die Neue Macht: Sony RX100II und Panasonic Lumix GM1

Ich war heute auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt, wo ja viel fotografiert wird. Frankfurt steht schließlich nicht umsonst auf Platz 4 der beliebtesten Touristenstädte in Deutschland. Man mag es kaum glauben. Eine Blitzstudie meinerseits vor Ort hat ergeben, dass die Kompaktkameras fast ganz verschwunden sind: die Leute halten sich ihr Smartphone vors Gesicht. Die Qualität der Telefone ist schon erstaunlich geworden wenn man sich vor Augen hält (buchstäblich), dass die Sensoren weniger als halb so groß sind wie der Fingernagel des kleinen Fingers. Auf der anderen Seite werden die Kameras mit verhältnismäßig großen Sensoren immer kleiner. Zwei der interessantesten Vertreter finde ich sind die Sony RX100 M2 und die brandneue Panasonic Lumix GM1.

131215_Sony_Lumix_1_001Die Sony hat ein fest verbautes Zeiss 28-100mm (KB), das bei tollen 1,8 startet. Die Lumix verfügt über die Möglichkeit, die Objektive zu wechseln; alle MFT-Objektive passen. Das mitgelieferte Objektiv ist neu für diese kleine Kamera gerechnet, geht schon von 24-64mm (KB) und startet bei moderaten 3,5. Beide Kameras sind aus Metall, rund 10cm breit, 5,6 hoch und 3,5cm tief und damit fast gleich klein, wobei die Lumix noch ein bisschen kleiner ist; sie wiegen beide aufnahmebereit so um die 270g . In die Hosentasche geht eher die Sony. Sie ist deutlich schmaler. Zum Fotografieren müssen beide Objektive ausgefahren sein. Beide haben WiFi, was ich inzwischen prima finde. Es gibt für beide Apps, mit denen die Kamera gesteuert und ausgelöst werden kann. Die Panasonic-App ist hier deutlich mächtiger und reagiert auch schneller als die von Sony, die da aber sicherlich nachziehen werden. Die Sony hat ein Klappdisplay, das der Lumix ist fest, dafür hat die Lumix ein Touchdisplay, auf dem man das Fokussierfeld mit der Fingerspitze verschieben und die Kamera auch auslösen kann, was ich begeistert nutze.

Der Hauptunterschied besteht im Sensor. Die Sony hat einen 1″ -Sensor (wie die Nikon 1) mit 20 MP, die Lumix einen fast doppelt so großen FT-Sensor mit 16 MP. Pixelpitch bei der Sony 2,4µm, bei der Lumix 3,4µm.

Von der Vollformat-Spiegelreflex kommend ist es geradezu verblüffend, was diese kleinen Dinger leisten. Auflösung satt, Rauschen ist eh kein Thema mehr. Die Lumix verbucht hier für sich leichte Vorteile, da sie die größeren Pixel hat. Klar ist bei 3200 ASA Rauschen feststellbar (wer braucht schon 3200 ASA, außer abends auf dem Weihnachtsmarkt?), nur ist das nicht mehr der vielfarbige Flickenteppich, der das Bild matschig macht, sondern erinnert eher an analoges Korn und stört den Bildeindruck nicht mehr im geringsten. Die Sony gleicht das mit dem um rund anderhalb Blenden schnelleren Objektiv aus. Was mich geradezu begeistert, ist die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit beim Fokussieren. Da braucht man mit halbdurchgedrücktem Auslöser nicht mehr zu warten, bis die Kamera fokussiert hat; einfach draufdrücken und das Bild ist scharf und gespeichert. Das hat klar DSLR-Profiniveau.

Die kleinen Kameragehäuse sind vollgepackt mit Funktionen, die das Leben einfacher und die Bilder interessanter und besser machen sollen. Die meisten habe ich wieder vergessen. Wie ich schon an anderer Stelle sagte, ich mache wenig an den Kameraeinstellungen. Wichtig ist, dass beide in Raw speichern können. Lightroom kennt beide Formate.

Das wird die Richtung sein, immer kleiner und immer leistungsfähiger. Sony zeigt das auch mit der 3000 Euro teuren RX1R, bei der sie einen Vollformatsensor in ein Gehäuse gepackt haben, das in alle Richtungen nur 10-15% größer ist als das der RX100. Die Kameras werden noch responsiver und der Kontrast-AF hat den Phasen-AF der DSLR was Geschwindigkeit und auch Trefferquote anbelangt, sowieso schon überholt. Ich glaube schon, dass die DSLR auch weiterhin vorallem im Profibereich gekauft wird, allerdings sagen Prognosen für 2013 schon Einbußen von 10% ggü. Vorjahr voraus. Es gibt hier: http://gizmodo.com/the-last-days-of-the-dslr-1465327158 einen vieldiskutierten Artikel dazu. Als größte „Gefahr“ werden die immer leistungsfähigeren Smartphones gesehen, die vorallem den Kompaktkameramarkt einbrechen lassen.

Die Kamerawelt wird sich verändern. Ich merke es ja bei mir selbst schon. Ich greife immer häufiger zur Systemkamera. Die ist genauso schnell, wenn nicht schneller, als meine Ex-D800, die Bilder lassen sich qualitativ kaum noch auseinander halten und obendrein macht es noch Spaß, mit den kleinen Apparaten zu fotografieren. Man wird sehen.

The New Beauty Sony A7, die Zweite

So, ich hatte sie in der Hand. Alle beide, die A7 und die große Schwester mit dem roten „R“, was für den fehlenden Tiefpassfilter steht. Ich war gestern bei Brenner in der Oberpfalz, der jedes Jahr passend zu Weihnachten eine Verkaufsmesse macht, auf der man/frau mit Produkten aller namhafter Marken herumspielen darf. „Testbilder“ habe ich keine gemacht. Ich bin überzeugt, dass das Ergebnis toll ist.

Die Kamera ist wirklich klein. Für meine Pranken fast zu klein, und sehr schmal, also ein geringes Auflagemaß. Das ist wohl auch der Grund, warum Sony betont, dass sie den Sensor „optimiert“, also angepasst haben, indem sie die Mikrolinsen auf den Pixeln (ich bin kein Experte) mehr nach innen positionieren, je weiter das Pixel außen sitzt. Also der Ausgleich für die Telezentrierung bei (Micro-)Four-Third. Aber die Lichtstrahlen haben so knapp hinter dem Objektiv bis zum linken und rechten Rand des Sensors schon einen weiten Weg und weiß der Himmel, inwieweit Sony da softwareseitig eingreifen muss. Software macht ja eh immer mehr. Es gibt immer mehr Kameras ohne Tiefpassfilter und das physikalisch halt vorgegebene Moiré muss somit weggerechnet werden. Sony betont auch sehr, dass der 36er Sensor in der „R“ nicht der gleiche ist wie in der D800, schon wegen der versetzten Linsen; das Auflagemaß bei einer D800 ist auch deutlich größer.

Wie schon anderswo beschrieben, machen beide ziemlich Lärm beim Auslösen. Die „R“ mehr als die Kleine. Hat was mit dem Verschluss zu tun. Bei der „R“ laufen die beiden Vorhänge nacheinander los, was zu dem vernehmlichen Doppelklack führt. Die kleine A7 hat irgendwie einen mehr elektronischen und damit leiseren Verschluss. Man mags oder eben nicht. Mich stört’s nicht (eine Nikon F3 mit angesetztem Motor und volle Kanne macht Musik :-)) Für Hochzeitsfotografie in der Kirche ist das jedoch eher ein Stimmungskiller.

Sony ist geradezu stolz darauf, dass der User (vulgo Kunde) jede Taste frei belegen kann, sich die Kamera also bedienungsseitig individuell gestalten kann. Finde ich eher verwirrend und für mich jetzt kein Pro. Ich brauche ein halbes Dutzend Funktionen oft, und dafür hätte ich gerne vorbelegte Tasten und Schluss. Klasse ist daher das  Belichtungskorrekturrad (uh langes Wort) oben rechts genau in Daumenreichweite. Die benutze ich sehr oft. Hier gehts ohne die Kamera absetzen zu müssen. Aber sonst habe ich es nicht so damit, mich vor dem ersten Bild lange hinzusetzen, um der Kamera zu erzählen wer ich bin und was ich von ihr will. Das muss in etwa so gehen: Akku rein, Datum und Zeit einstellen, ISO einstellen, Raw einstellen, Karte formatieren, Modus auf Zeitautomatik und los gehts. Wegen Raw brauche ich auch nicht die ganzen Automatiken zu finden, die werksseitig eingestellt sind, um die Jpegs schön zu machen. Aber ich schweife ab.

Über die Geschwindigkeit beim Scharfstellen kann ich nur sagen, dass sie beide schon sehr schnell sind. Die Kleine soll etwas zügiger vorgehen, was am Hybrid-AF liegt, wogegen die „R“ nur einen Kontrast-AF hat. Soll sich hauptsächlich bei bewegten Motiven bemerkbar machen, also eher für Äkschenfotografen von Bedeutung. Ich fand sie beide schnell. Man probiert das ja dann, indem man vor dem Stand steht und mit der Kamera am Auge wie ein Vogel den Kopf ruckartig in verschiedene Richtungen bewegt, nah, fern, hell, dunkel, wenig Kontrast,… und auf den Auslöser drückt. Ob sie jetzt 2 Zehntel langsamer ist als die Oly oder so spielt für mich jedenfalls keine Rolle. Wichtig für mich ist, dass ein AF auch bei miesem Licht genauso schnell regiert wie bei gutem Licht. Nichts ist ärgerlicher als ein im Halbdunkel vor und zurück pumpendes Objektiv und das Motiv des Jahrhunderts verschwindet.

Der elektronische Sucher (Sucher stehen in meinen Lastenheften immer ganz oben) ist klasse. Hell, ruckelfrei und für mich mit der Brille auch ganz überschaubar. Das Display hinten lässt sich kippen, aber nicht verschwenken. Hat Sony wohl weggelassen, weil dann die Kamera dicker geraten wäre. Für mich nicht tragisch. Schade, dass es kein Touchscreen ist, auf dem man auch den Fokuspunkt frei wählen und auch auslösen kann. Habe ich zu schätzen gelernt, wenn es diskret zugehen muss. Aber der Krach des Auslösers…?

Tja, was soll ich sagen? Eine tolle Kamera mit einer Performance, die sich hinter keiner klassichen DSLR verstecken muss. Die Zeiss-Objektive sind sicherlich wie gewohnt erste Sahne. Ich schätze mal, dass sie noch mehr als die D800 optimale Objektive braucht. Zum einen natürlich wegen der 36 mp, zum anderen aber bestimmt wegen des geringen Auflagemaßes. Und die Objektive werden alle teuer sein. Vielleicht ist deswegen die Kamera vergleichsweise preiswert. Sie hat jetzt bei mir nicht das gefürchtete „Haben-Will“-Gen in Aufruhr versetzt. Genauso wenig wie übrigens die neue Nikon Df, was eine eigene Geschichte wäre, wenn mich die Kamera angesprungen hätte. Käme ich jetzt in die schöne Verlegenheit, ein System neu aufbauen zu dürfen, dann käme Sony bestimmt in die erste Wahl.

The New Beauty Sony A7

Sony_A7Die neue Sony A7/r  😛

Sie halte ich für die schönste Kamera derzeit. Dabei gibt es nur Bilder. Im November soll sie auf den Markt kommen. Ich finde, Kameras müssen auch gut aussehen. Dann macht es noch mehr Spaß, mit ihnen zu photografieren. Da gibt es ja richtige Entgleisungen (hoffentlich haut mich keiner: Nikon 1 V2 zum abschreckenden Beispiel). Die neue Sony erinnert mich ein bisschen an die alten analogen Contaxen.

ContaxContax war die Kameramarke von Carl Zeiss, die die Objektive beisteuerten. Zeiss Ikon baute in Stuttgart (West) und Dresden (Ost) die Kameras dazu. Sensationell war in der RTS ein Unterdrucksystem, um die absolute Planlage des Films zu erreichen. Dann kam Contax über Yashica zu Kyocera und sie konnten dann im digitalen Lager nicht Fuß fassen. Das war das Aus für Contax

Aber ich schweife ab.

Die Sony gibt es in zwei Versionen, A7 und A7r. Eine mit 24 MP und die andere mit dem „r“ mit 36 MP und beide VOLLFORMAT. DxO hat die „Große“ mit den 36 MP bereits getestet und sie kommt locker an die bisher fast unantastbare Nikon D800 heran. DxO hält die Sony für das derzeit Spannendste auf dem Markt.

Die Kamera sieht herrlich schlicht aus und hat wieder die altmodischen Gurtösen rechts und links am Gehäuse. Dazu gibt es die großartigen Carl Zeiss-Objektive (vielleicht daher die Ähnlichkeit zur Contax). Ich freue mich schon drauf, sie mal in die Hand nehmen zu können. Ach ja, die „Kleine“ gibts UVP für 1499 Euronen das Gehäuse. Das hat kein anderer…

 

Actionfotografie mit der D800

Ich kann es echt nicht mehr hören: die kapriziöse D800, bloss weil sie ein paar MP mehr hat. Ich war heute mit 70-300 und 24-120 auf einem Motocrossrennen und habe sie so eingesetzt wie ich es mit der D700 auch gemacht hätte. Das volle Programm mit AF-C, dynamischem AF, mittenbetonter Messung, CH und komprimierten NEFs: also rund 45MB je Bild. Dazu eine schnelle CF-Karte und bingo. So nochmal einer erzählen, dass die D800 nur fürs Studio taugt. Das ist eine astreine Actionkamera mit dem Vorteil, dass du dir deinen Auschnitt am Rechner beliebig zurechtschnippeln kannst und keine Details verlierst. Ich habe rund 500 Bilder gemacht und der technische Ausschuss: unscharf, falsch belichtet war im normalen Bereich. Nichts aussergewöhnliches. Eine tolle Kamera!

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