iPhone 6 Plus Kamera: Respekt

Ich hatte ja nun 2 Jahre lang ein 5er und habe die (rückwärtige) Kamera oft genutzt und fand sie für die Sensorgröße von 4,54×3,42 mm ganz ok. Die Kamera im 6+ hat nun in allen Belangen deutlich zugelegt. Der Sensor hat die gleiche Auflösung von 8 MP, ist aber mit 4,80×3,60 mm einen Tick größer als der des 5ers, was der IQ sehr zugute kommt. Ich bin überrascht  😆

Anbei ein kleines Beispiel. Ich habe es lediglich direkt aus dem Telefon in den LR6 importiert, was ich immer mache, um zu schauen ob das Bild wenigstens scharf ist, und dann ohne etwas daran zu machen direkt wieder exportiert, ooC sozusagen. Lightroom hat übrigens ein eigenes Profil für das iPhone.

Die Daten: f 2,2, ISO 40, 1/15 Sekunde, aus der Hand. Die Datei ist 3,4 MB groß.

Paulskirche iPhone 6+

In der Paulskirche zu Frankfurt/Main

 

Pixel peepen ist hier völlig sinnlos und Zeitverschwendung. Herrschaften, der Sensor ist halb so groß wie der Fingernagel meines kleinen Fingers. Ich hatte mal zur Übersicht die verschiedenen Sensorgrößen zum vergleichen auf Millimeterpapier aufgemalt. Der Bleistift muss schon richtig gut angespitzt sein, damit die Sensorfläche des iPhones überhaupt ordentlich sichtbar wird. Ich finde es einfach nur erstaunlich, was aus diesem kleinen Sensor und dem Bonsaiobjektiv davor herausgeholt wird. Schaut Euch nur mal die Fenster an.

Überhaupt das 6+. Dank des größeren Displays habe ich jetzt auch begonnen, Bilder direkt auf dem iPhone zu bearbeiten bevor ich sie z.B. in Facebook oder Whatsapp packe: wie Ihr ja inzwischen wisst 😉 , bin ich ausgewiesener Schwarz-Weiß-Anhänger und es gibt tolle Apps. Mein derzeitiger Favorit ist „Perfect B&W“ von onOne, von denen ich auch ein paar LR-PlugIns habe. It’s fun  :mrgreen: , und die Kompakte bleibt zuhause.

Adapter Teil 2

Flektogon 4/20 an A7Vom Adapterfieberwahn befallen habe ich mir nun doch nach zugegebenermaßen nur kurzem innerlichem Kampf („Haben ist besser als Brauchen“ 😆 ) die Sony A7 geschossen; die „kleine“ mit dem 24MP-Vollformatsensor. (Nachtrag: Seit Mai 2015 Sony A7 II) Und zwar nur aus einem einzigen Grund: ich möchte meine alten Schätzchen aus analogen Zeiten per Adapter dranklemmen. Aus 5 Jahrzehnten Photografieren hat sich so einiges an Objektiven angesammelt, die ich schon abgeschrieben hatte. An meine Nikons ging eigentlich nichts anderes als Nikon, was bei gleichem Bajonett auch ok ist. Aber da die Nikons ein großes, wenn nicht sogar mit über 46mm das größte Auflagemaß haben, gab es für andere Marken immer eine Linse im Adapter. Nicht ideal, und ich habe es auch nicht gemacht.

FD 2,8/20 an A7Die A7 hat ein Auflagemaß von 18mm. Damit geht so ziemlich alles problemlos dran, selbst Leicas M’s mit ihren knapp 28mm. Bei den Adaptern hat man die freie Auswahl. Da gibt es die edlen von Novoflex bis zu einfachster Chinaware für 8 Euronen. Ich habe mit Novoflex angefangen, vorallem wegen der Leicaobjektive, mich aber dann für den Zwischenweg entschieden. Es gibt sehr ordentliche Adapter für 40 bis 50 Euronen. An die ganz preiswerten habe ich mich nicht rangetraut. Obwohl das schon toll wäre. Bei 8 Euro könnte man sich für jedes Objektiv einen eigenen Adapter gönnen 🙄 .

Summaron an A7Ich habe noch nicht alles durchprobiert, weiß aber, dass ein 50 Jahre altes Leica M Summaron 35 astreine Ergebnisse bringt, das Nikkor 2,5/105mm genauso gut geht wie damals an der F3 und das Canon FD 2,8/20mm offen in den Ecken schwächelt und etwas weich, ab 5,6 aber prima.ist.

Die Jagd auf alte, edle und lichtstarke  Gläser ist damit eröffnet, und in der Bucht oder auch auf Fotobörsen hat man das bereits verstanden, und die Preise steigen. Immer öfter liest man den Zusatz: an A7 getestet, oder so ähnlich. Dann ärgere ich mich, dass ich in den vergangenen Jahren Objektive verscherbelt habe, nach denen ich mir heute wieder alle Finger lecken würde. Schlauer ist man aber immer hinterher.

Scharfstellen geht mit dem Focus Peaking und der Lupe (habe ich mir auf eine Taste gelegt) an der A7 problemlos, vorallem wenn man/frau mit manuellem Scharfstellen aus Vor-AF-Zeiten noch umgehen kann. Die Belichtungsmessung geht mit Arbeitsblende vonstatten, was ebenso einfach ist, weil der Sucher/das Display das Belichtungsergebnis anzeigen.

 

 

 

Der Adapter – Des Adapters – Dem Adapter – Den Adapter *)

*) Duden: Wortart: Substantiv, maskulin / Gebrauch: Technik / Bedeutung: Zusatz- oder Verbindungsteil, das den Anschluss eines Gerätes oder Geräteteils an ein Hauptgerät oder an den elektrischen Strom ermöglicht / Herkunft: lateinisch: adaptare=anpassen

Wovon ich rede? Wir hatten auf unserem letzten Photostammtisch in Heidelberg darüber philosophiert, dass Sophie (guckst du hier: http://www.pixelsophie.de/ ) begeistert alte M42-Gläser an Ihre EOS schraubt. Und da ist mir eingefallen, dass ich ja auch einen vernachlässigten Adapter zuhause liegen habe: Canon FD an MFT. Aus meinen FD-Zeiten vor über 30 Jahren habe ich noch ein paar Klassiker hier: 20, 24, 28, 35, 50, 85 und 135mm. Vom Stammtischgespräch motiviert, habe ich den Adapter (der teure von  Novoflex) heute Nachmittag mal ausgebuddelt und ein paar Objektive an meine 3 Jahre alte Panansonic Lumix GF3 adaptiert. Mit dem 135er sieht das dann zum Beispiel so aus:

140510_GF3_Canon_an_MFT_2_si8b8_001 140510_GF3_Canon_an_MFT_1_si8b8_001

Der Adapter ist „dumm“; Objektiv und Kamera reden nicht miteinander. Ich musste der kleinen Lumix sagen, dass sie auch ohne Objektiv auslösen soll. Und dann geht es mit Arbeitsblende weiter, was kein Problem ist, da das Display das Belichtungsergebnis anzeigt. Du musst die alten Herrschaften schon ein gutes Stück abblenden, sonst gibt es Matsch. So ab 5,6 gibt es scharfe Bilder, wobei es keine Schärfe ist, wie sie ein aktuelles Objektiv bringt. Die Bilder haben eine ganz eigene, „analoge“ Anmutung, keine harte Kantenschärfe, dafür richtig schön fluffig, atmosphärisch und das mag ich sehr. Mit dem Scharfstellen gab es keine Probleme. Abgeblendet auf 5,6 oder mehr kompensiert die Schärfentiefe des kleinen Sensors fast alles. Ich werde mal ein paar Beispiele in meine Fotokiste packen, sofern das auf dem Bildschirm auch sichtbar ist.

Ab 50mm wird’s mühsam. Das sind 100mm an der MFT und die Lumix kennt keinen Stabi. Das machen normalerweise die Lumixobjektive. Ich habe beim 50er min. eine 250tel gebraucht; darunter lief gar nichts. Das 135er ist noch heikler. Das ergibt ein 270er und da musste ich mit den ISO schon kräftig hoch, um mit einer 5,6 oder sogar 8 eine ausreichend kurze Zeit realisieren zu können. Unterhalb einer gewissen Helligkeit bleibt nur das Stativ.

Das führt natürlich zu der Überlegung, ob das nicht zu einem Revival meiner alten Schätzchen führen könnte. Da gibt es noch diverse Nikkore, Zuikos, Pentax‘ und nicht zu vergessen zwei Leica „R“. Ideal ist hierfür die Sony A7…oje….

Forum-Unsinn

Ich glaube, das werde ich in diesem Leben nicht mehr verstehen. Es ist mir ein völliges Rätsel, wie anhand zweier ins Forum hochgeladener jpg’s jemand den Nachweis führen oder erkennen will, dass der Sensor oder das Obkjektiv der einen Kamera besser ist als der bzw. das der anderen.
Bin heute mal wieder durch die diversen Markenforen geschlendert und stoße immer wieder auf dieselben Phänomene. Sagt einer, das Objektiv A ist phantastisch und viel besser als das Objektiv B. Erste Reaktion: das kann gar nicht sein, ich habe Objektiv B und das ist das beste (weil er es hat, Anm.d.Autors), zweite Reaktion: lade mal Bilder hoch, damit wir was sehen. Wie bitte? Beurteilung anhand fremder Bilder, von denen keiner weiß, was da für Softwaren rübergezogen wurden?
Besonders schlimm ist das, wenn neue Superapparate auf den Markt kommen. Dann gibt es Zeitgenossen, die sich zuhause hinsetzen, ihre nun „alte“ Kamera in die Hand nehmen und anfangen zu heulen, denn jetzt ist ja was besseres da (was auch immer das heißen mag). Hatte hier von einem gelesen, der richtig erleichtert war, dass er bei der neuen Sony A7r, einem Pixelbiest mit 36mp, bei 6400 ASA in der 100%-Vergrößerung einer Aufnahme in der Dämmerung am Rand Rauschen entdecken konnte. Also echt, Sony, geht gar nicht und außerdem ist die Kamera viel zu teuer.
Man kann sich nicht dem Eindruck verschließen, dass doch viele nur fotografieren, um die Qualität ihrer Kamera und der Objektive darstellen zu können, die dann pixelpeepend vor dem 27er Schirm sitzen und den Zoom auf 1000% drehen, um zu schauen ob’s irgendwo rauscht. Das sind die einen. Die anderen gehen auch nicht zum Bilder machen, sondern arbeiten sich durch die Menüs und die Anleitungen, um zu sehen, ob bei ISO-Automatik, Rauschunterdrückung auf mittel die Blitzsynchronisationszeit tatsächlich max eine 500stel ist, und ob bei ganz großen Raws, AFC und Dauerfeuer der Pufferspeicher der Kamera tatsächlich wie im Forum abwertend geschrieben schon bei 25 Aufnahmen aufgibt, wo doch der Prospekt 30 sagt.
So manche Zeitrgenossen sollte man daran erinnern, dass Kameras nur einen Zweck haben. Nämlich Bilder aufzunehmen, diese zu speichern, um uns später Freude damit zu bereiten.

Die Neue Macht: Sony RX100II und Panasonic Lumix GM1

Ich war heute auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt, wo ja viel fotografiert wird. Frankfurt steht schließlich nicht umsonst auf Platz 4 der beliebtesten Touristenstädte in Deutschland. Man mag es kaum glauben. Eine Blitzstudie meinerseits vor Ort hat ergeben, dass die Kompaktkameras fast ganz verschwunden sind: die Leute halten sich ihr Smartphone vors Gesicht. Die Qualität der Telefone ist schon erstaunlich geworden wenn man sich vor Augen hält (buchstäblich), dass die Sensoren weniger als halb so groß sind wie der Fingernagel des kleinen Fingers. Auf der anderen Seite werden die Kameras mit verhältnismäßig großen Sensoren immer kleiner. Zwei der interessantesten Vertreter finde ich sind die Sony RX100 M2 und die brandneue Panasonic Lumix GM1.

131215_Sony_Lumix_1_001Die Sony hat ein fest verbautes Zeiss 28-100mm (KB), das bei tollen 1,8 startet. Die Lumix verfügt über die Möglichkeit, die Objektive zu wechseln; alle MFT-Objektive passen. Das mitgelieferte Objektiv ist neu für diese kleine Kamera gerechnet, geht schon von 24-64mm (KB) und startet bei moderaten 3,5. Beide Kameras sind aus Metall, rund 10cm breit, 5,6 hoch und 3,5cm tief und damit fast gleich klein, wobei die Lumix noch ein bisschen kleiner ist; sie wiegen beide aufnahmebereit so um die 270g . In die Hosentasche geht eher die Sony. Sie ist deutlich schmaler. Zum Fotografieren müssen beide Objektive ausgefahren sein. Beide haben WiFi, was ich inzwischen prima finde. Es gibt für beide Apps, mit denen die Kamera gesteuert und ausgelöst werden kann. Die Panasonic-App ist hier deutlich mächtiger und reagiert auch schneller als die von Sony, die da aber sicherlich nachziehen werden. Die Sony hat ein Klappdisplay, das der Lumix ist fest, dafür hat die Lumix ein Touchdisplay, auf dem man das Fokussierfeld mit der Fingerspitze verschieben und die Kamera auch auslösen kann, was ich begeistert nutze.

Der Hauptunterschied besteht im Sensor. Die Sony hat einen 1″ -Sensor (wie die Nikon 1) mit 20 MP, die Lumix einen fast doppelt so großen FT-Sensor mit 16 MP. Pixelpitch bei der Sony 2,4µm, bei der Lumix 3,4µm.

Von der Vollformat-Spiegelreflex kommend ist es geradezu verblüffend, was diese kleinen Dinger leisten. Auflösung satt, Rauschen ist eh kein Thema mehr. Die Lumix verbucht hier für sich leichte Vorteile, da sie die größeren Pixel hat. Klar ist bei 3200 ASA Rauschen feststellbar (wer braucht schon 3200 ASA, außer abends auf dem Weihnachtsmarkt?), nur ist das nicht mehr der vielfarbige Flickenteppich, der das Bild matschig macht, sondern erinnert eher an analoges Korn und stört den Bildeindruck nicht mehr im geringsten. Die Sony gleicht das mit dem um rund anderhalb Blenden schnelleren Objektiv aus. Was mich geradezu begeistert, ist die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit beim Fokussieren. Da braucht man mit halbdurchgedrücktem Auslöser nicht mehr zu warten, bis die Kamera fokussiert hat; einfach draufdrücken und das Bild ist scharf und gespeichert. Das hat klar DSLR-Profiniveau.

Die kleinen Kameragehäuse sind vollgepackt mit Funktionen, die das Leben einfacher und die Bilder interessanter und besser machen sollen. Die meisten habe ich wieder vergessen. Wie ich schon an anderer Stelle sagte, ich mache wenig an den Kameraeinstellungen. Wichtig ist, dass beide in Raw speichern können. Lightroom kennt beide Formate.

Das wird die Richtung sein, immer kleiner und immer leistungsfähiger. Sony zeigt das auch mit der 3000 Euro teuren RX1R, bei der sie einen Vollformatsensor in ein Gehäuse gepackt haben, das in alle Richtungen nur 10-15% größer ist als das der RX100. Die Kameras werden noch responsiver und der Kontrast-AF hat den Phasen-AF der DSLR was Geschwindigkeit und auch Trefferquote anbelangt, sowieso schon überholt. Ich glaube schon, dass die DSLR auch weiterhin vorallem im Profibereich gekauft wird, allerdings sagen Prognosen für 2013 schon Einbußen von 10% ggü. Vorjahr voraus. Es gibt hier: http://gizmodo.com/the-last-days-of-the-dslr-1465327158 einen vieldiskutierten Artikel dazu. Als größte „Gefahr“ werden die immer leistungsfähigeren Smartphones gesehen, die vorallem den Kompaktkameramarkt einbrechen lassen.

Die Kamerawelt wird sich verändern. Ich merke es ja bei mir selbst schon. Ich greife immer häufiger zur Systemkamera. Die ist genauso schnell, wenn nicht schneller, als meine Ex-D800, die Bilder lassen sich qualitativ kaum noch auseinander halten und obendrein macht es noch Spaß, mit den kleinen Apparaten zu fotografieren. Man wird sehen.