Mit der kleinen Nikon in Frankfurt

Mit meinem „Rückfall in die DSLR-Welt“ meine Lieblingsmotive auf der Frankfurter Achse Hauptwache – Römer abgeklappert, um die Neuerwerbungen Nikkor 35/1,8 DX und Yongnuo 50/1,8 auszuprobieren. Über beide Objektive habe ich hier geschrieben. Die Bilder wie meist in geliebtem Schwarz/Weiß.

35mm Nikkor:

35mm nach Frankfurt hinein

35mm beobachteter Musiker 35mm hinter dem Karmeliterkloster 35mm Schirn 35mm Kameraden 35mm in der Kugel 35mm nichts geht mehr 35mm Paulskirche 35mm Schärfentiefe 35mm Gutenbergbrunnen Rossmarkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

50mm Yongnuo:

50mm Roßmarkt 50mm Gutenbergbrunnen 50mm Gutenberg selbst 50mm Leergut 50mm Gutenbergbrunnen die Poesie 50mm Kaiserplatz I 50mm Kaiserplatz II 50mm Richtung Römer 50mm Berliner Straße 50mm Hauptwache 50mm Palais Frankfurt 50mm My Zeil

 

 

Rückfällig geworden: die kleine Nikon D3200

Eigentlich hatte ich das Thema DSLR ja konsequent abgehakt, und alles dahingehende zugunsten der spiegelfreien Sony A7 versilbert. Aber die Kleine hier fiel mir bei meinem allsamstäglichen Abarbeiten der Einkaufsliste meiner besseren Hälfte im Supermarkt auf dem Weg zu den Waschmitteln praktisch in den Einkaufswagen. Sie stand ganz vorne und in Augenhöhe in der Vitrine mit allen elektronischen Einzel- und Restposten zwischen lauter Telefonen und hat mit dem Preisschild ganz laut gerufen: Kauf‘ mich!. Der Schnäppchenjäger in meinem limbischen System hat hellwach übernommen. Nigelnagelneu, mit Kitglas, originalverpackt im ungeöffneten Karton und weniger als halb so teuer wie etwa beim großen A bis Z-Fluss: Nikons low-budget D3200. Der Produktzähler steht bei Nikon aktuell bei 3400, die 3500 geistert durch die Gerüchteküchen. Das gute Stück stammt aus dem Frühjahr 2012, ist also nicht mehr ganz knusprig, was jedoch völlig nebensächlich ist. Sie war das erste 3er-Modell mit 24 MP auf dem APS-C-Sensor, womit sie um ganze 10 MP ggü. dem Vorgänger zugelegt hat. Sie ist wunderbar klein, wegen des Spiegels etwas füllig am Bauch, sie hat einen Blitz auf dem Kopf und sie ist leicht, so dass sie beim Flanieren am rechten Handgelenk baumelt.

D3200 mit Nikkor 35/1,8 DXAls sie so im Einkaufswagen zwischen den Bananen, den Erdnußflips und den Taschentüchern lag, und die Vorfreude wuchs, schwante mir schon Böses. Denn mir fiel flugs das formidable Nikkor 35/f1,8 DX ein, das unverschämt gut und unverschämt preiswert ist. Um es abzukürzen, ich habe es mir nach erfolgreicher Abnahme meines sonstigen Einkaufs direkt beim großen Fluss geschossen. Ich liebe diese Kombo, und übrigens legt Nikon die Sonnenblende zum Objektiv dazu *like*. Ich habe auch hier darüber geschrieben https://www.facebook.com/stephan.vogt.710/posts/615266695318821?pnref=story . Über die Qualitäten der Linse brauche ich mich nicht auszulassen. Sie sind exzellent. Punkt.

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, man/frau ahnt es. Mit dem 35er sind’s an der Crop-Nikon rund 50 mm kleinbild-äquivalent. Ich habe es als oft-drauf gerne ein bisschen telig, z.B. 85 mm. Das schon etwas ältere 50 mm AF-Nikkor, das ich habe, und das mit cropbereinigten 75mm passen würde, fliegt dummerweise an der kleinen Nikon nicht, da es keinen eigenen AF-Motor hat: ein „Stangen-AF“ also, und die low-budget Nikons eben auch keinen dann notwendigen eigenen AF-Motor („Schraubenzieher-AF“) haben. Ich war wirklich nicht auf der Suche, aber irgendein Dämon hat mir das Yongnuo 50/1,8 auf den Bildschirm gespült. Das fürs Vollformat gerechnete AF-Objektiv kam vergangenes Jahr auf den Markt und fiel zum einen durch den Preis auf, und zum anderen dadurch, dass es einem Canon Fuffzger wie aus dem Gesicht geschnitten war. Du kannst das gute Stück für Canonbajonetts für knapp 50 Euronen erstehen.

D3200 mit Yongnuo 50/1,8 vierFür Nikon gibt es eine weitere Version, die nicht mehr wie ein Canon aussieht und mit derzeit 98 Euro weniger als die Hälfte des Originals von Nikon kostet. Das Bajonett ist trotzdem aus Metall, eine Sonnenblende gibt es nicht im Paket. Ah, nicht tragisch, 58 mm Filterdurchmesser habe ich als wunderbar nostalgische Gummisonnenblende in der Schublade. Sie kann immer drauf bleiben, denn sie bekommt nach getaner Arbeit einen Klaps vorne drauf und dann nimmt sie keinen Platz mehr in der Tasche weg.

D3200 mit Yongnuo 50/1,8 einsEs wirkt gar nicht mal so übel in  der Hand und geht mit ein bisschen Nachdruck auf die Kamera. Ich habe auf dem Stativ ein paar „Testbilder“ mit unterschiedlichen Blenden gemacht. Das Bild ist bei 100% am 27er Schirm bis 5,6 fluffig-weich, und die Ecken taugen für große Vergrößerungen nichts, ab 5,6 ist einschließlich der Ecken alles scharf. Offenblendig ein prima Portraitpaket. Der eingebaute AF-Motor informiert lautstark über seine Arbeit, Fokussieren ist kein Geheimnis mehr. Das Objektiv geht preis-leistungsmäßig für die kleine Crop-Nikon völlig in Ordnung. An der Vollformat-Nikon könnte es allerdings problematisch werden. Wenn die Ecken beim Crop offenblendig schon heikel sind, dann wird’s beim großen Sensor eher übel. Vielleicht klemme ich die Linse mal an die Vollformat-Sony, den passenden Adapter habe ich ja.