Der Stabi der Sony A7 II er lebe hoch

Seit ich mir die Sony A7 II geholt habe, könnte sie hier meine Favoritenkombination werden; vorne dran hängt das 85/1,4 von Walimex.

150525_A7II_SlB8Wie Ihr wisst, hat das Wali keinen Autofokus, nicht ein Fitzelchen Elektronik und auch keinen Stabi, aber die 2er Sony hat jetzt einen 😀 und ich brauche mir um die Belichtungszeit kaum noch Gedanken zu machen. Und es funktioniert wirklich. Genau das Richtige für meine alten Gläser.

Also habe ich der Kamera erzählt, dass sie eigentlich kein Objektiv hat, habe die Lupe auf C2 gelegt (da komme ich mit meinem Zeigefinger besser dran), Fokuspeaking auf gelb, das ich am besten sehe, Intensität auf mittel, Kamera auf M, die ISO-Automatik auf max. 400 ISO eingestellt und das Objektiv bei offener Blende eingerastet. Ok, ist schon richtig, dass bei offener Blende und bis zu ISO 400 der Stabi nicht sonderlich gefordert wird. Aber meine persönliche Verwackelerfahrung mit diesem 85er an der Vorgänger-A7 ist, dass ich min. eine 1/250 brauchte, um auf akzeptabel scharfe Bilder zu kommen. Hier sind einige so zwischen 1/100 und 1/200, und es ist keine einzige verwackelt. Und ich kann mit den ISO weiter unten bleiben. Einfach beruhigend.

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„Da Capo“ auf dem Alten Flugplatz („Fino“ ist offen)

Ich gebe zu, ich bin ein Wiederholungstäter. Der Alte Flugplatz im Arboretum zwischen Eschborn und Sulzbach hat es mir angetan, und ich war schon öfters dort. Jedoch, man/frau dürfen da nicht einfach reinmarschieren. Ich hatte das mal blauäugig probiert und wurde prompt höflich aber bestimmt wieder rauskomplimentiert, was die ganze Sache natürlich nur umso spannender macht. Es gibt zur Abwehr unerwünschter Zeitgenossen einen Zaun drumherum, und es dürfen auch nur THW, Feuerwehr und ähnliche Organisationen auf das Gelände, um dort zu Übungszwecken Autos anzuzünden oder Puppen in nachgebaute Hochspannungsleitungen zu drapieren. Aber das Gelände drumherum ist wild, und du musst nur geduldig am Zaun entlangtigern bis du ein Loch gefunden hast. Sie werden immer mal wieder vergeblich gestopft, aber ich kenne alle Durchgänge.

Der Alte Flughafen ist ein echter „Lost Place“. Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb 2010 dazu:

„Der Militärflughafen, den die Deutschen Ende der 1930er Jahren unter dem Tarnnamen „Schafweide“ errichteten, bestand zunächst nur aus einer großen Wiesenfläche und wenigen Baracken. Er diente der Reichsluftwaffe zur Ausbildung an Lastenseglern. Das sind lautlose Flieger, die Segelflugzeugen ähneln. 1945 fiel der Flughafen unter die Kontrolle der Alliierten – ein Jahr zuvor hatte es einen schweren Bombenangriff mit 65 B-17-Bombern gegeben. Die Amerikaner richteten mit Hilfe von 1000 deutschen Kriegsgefangenen den Flughafen wieder her und ließen unter anderem eine 1600 Meter lange Start- und Landebahn anlegen. Unter US-Kommando war er anfänglich der einzige noch benutzbare Flughafen im Rhein-Main-Gebiet. Bis Kriegsende wurden von dort amerikanische Angriffe auf Süddeutschland geflogen. Außerdem nutzte ihn der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte, General Dwight D. Eisenhower, der in Kronberg residierte, zum Starten und Landen.“

Hier ein paar Bilder als Appetizer. Alle Bilder mit der Sony A7. Mehr dazu findet Ihr hier.

Finster

Mein Lieblingsbild

 

Sony A7 II

25.05.2015: Ich habe die A7 versilbert und mir die A7II gegönnt. Aus hauptsächlich 2 Gründen: a) natürlich der Stabilisator, da ich ja bevorzugt mit alten Festbrennweiten umgehe, und ich mir nun wegen der Belichtungszeit keine Gedanken mehr machen muss, und ich zudem mit den ISO weiter unten bleiben kann, und b) kommt der nach vorne versetzte Auslöser und der ausgeprägte Griff meinen Pranken entgegen und ich kann die Kamera deutlich entspannter halten. Sie ist ein bisschen schwerer als die A7 und ein bisschen dicker. Dafür hat sie eine weitere belegbare Funktionstaste oben drauf, wo jetzt deren 2 in Reichweite des Zeigefingers liegen. Wegen der manuellen Objektive habe ich mir die Lupe auf C2 gelegt. Ansonsten gilt das unten Geschriebene nach wie vor.

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Es ist die „kleine“ mit den 24MP, und ich habe sie mir nur geholt, um meine alten Objektive aus analogen Zeiten wieder verwenden zu können. Und dafür ist die kleine Sony ideal: vollformatig und ein kleines Auflagemaß von gerade mal 18 mm. Die „große“ mit 36 MP erscheint mir nicht geeignet. Die vielen Pixel machen alte Gläser schlechter als sie sind.

Ich habe mir eine Reihe von Adaptern geholt, angefangen mit den edlen von Novoflex, und bin nun gelandet bei den durchschnittlichen, aber sehr ordentlichen für 40 bis 50 Euro das Stück. Derzeit adaptiere ich Canon FD, Nikon, Leica M und M42; nachzulesen hier. Man/frau kann ja vieles lesen über Sonys A7er, was ich natürlich alles gelesen habe auch in den diversen Sprachen, und was ich einfach vergessen habe. Mein Fazit: die kleine Sony ist Sahne. Sie ist klein, äußerst „responsiv“ (wie man heute für „schnell“ sagt  😉 ) Sie mag alle meine alten Gläser, der Sucher ruckelt nicht und ist mit Brille prima einzusehen, das Focus Peaking unterstützt durch die Lupe macht Scharfstellen zum Kinderspiel, das Display läßt sich hochklappen, weil ich liebe die Dackelperspektive, Belichtung ist kein Thema, weil Sucher/Display das aktuelle Belichtungsergebnis anzeigen…und der Rest der Kritikpunkte ist mir schlicht egal.

Wenn ich mir dann so anschaue, was die kleine Sony aus einem 25 Jahre alten Nikkor 2,5/105 mm, oder einem ähnlich alten Canon FD 2,8/20 mm, oder einem noch älteren Carl Zeiss Jena 3,5/135 mm, oder einem 50 Jahre alten Leica M Summaron 35, oder dem aktuellen Walimex 1,4/85 mm, oder auch einer 300 mm „Russentonne“ herausholt, dann brauche ich nichts anderes.

Helios 2/58mmGrundidee für die ganze Adaptiererei waren Bilder, die ich von dem russischen Helios gesehen habe, einem 2/58 mm Objektiv mit M42-Anschluss, das ein wunderbares „Swirl Glow“ Bokeh erzeugt. Du hast den Eindruck, dass sich der unscharfe Hintergrund um das Zentrum dreht. Geradezu verblüffend. Btw, das meinige hat 15 Euro auf der Börse gekostet *grns*.

Ich bin einfach begeistert von den Möglichkeiten, die mir die kleine Sony eröffnet. Und es gibt noch tolle Objektive zu finden; Minolta soll da ein 50er haben, ein Rokkor…und da gibt es Pentax Takumare….

Adapter Teil 2

Flektogon 4/20 an A7Vom Adapterfieberwahn befallen habe ich mir nun doch nach zugegebenermaßen nur kurzem innerlichem Kampf („Haben ist besser als Brauchen“ 😆 ) die Sony A7 geschossen; die „kleine“ mit dem 24MP-Vollformatsensor. (Nachtrag: Seit Mai 2015 Sony A7 II) Und zwar nur aus einem einzigen Grund: ich möchte meine alten Schätzchen aus analogen Zeiten per Adapter dranklemmen. Aus 5 Jahrzehnten Photografieren hat sich so einiges an Objektiven angesammelt, die ich schon abgeschrieben hatte. An meine Nikons ging eigentlich nichts anderes als Nikon, was bei gleichem Bajonett auch ok ist. Aber da die Nikons ein großes, wenn nicht sogar mit über 46mm das größte Auflagemaß haben, gab es für andere Marken immer eine Linse im Adapter. Nicht ideal, und ich habe es auch nicht gemacht.

FD 2,8/20 an A7Die A7 hat ein Auflagemaß von 18mm. Damit geht so ziemlich alles problemlos dran, selbst Leicas M’s mit ihren knapp 28mm. Bei den Adaptern hat man die freie Auswahl. Da gibt es die edlen von Novoflex bis zu einfachster Chinaware für 8 Euronen. Ich habe mit Novoflex angefangen, vorallem wegen der Leicaobjektive, mich aber dann für den Zwischenweg entschieden. Es gibt sehr ordentliche Adapter für 40 bis 50 Euronen. An die ganz preiswerten habe ich mich nicht rangetraut. Obwohl das schon toll wäre. Bei 8 Euro könnte man sich für jedes Objektiv einen eigenen Adapter gönnen 🙄 .

Summaron an A7Ich habe noch nicht alles durchprobiert, weiß aber, dass ein 50 Jahre altes Leica M Summaron 35 astreine Ergebnisse bringt, das Nikkor 2,5/105mm genauso gut geht wie damals an der F3 und das Canon FD 2,8/20mm offen in den Ecken schwächelt und etwas weich, ab 5,6 aber prima.ist.

Die Jagd auf alte, edle und lichtstarke  Gläser ist damit eröffnet, und in der Bucht oder auch auf Fotobörsen hat man das bereits verstanden, und die Preise steigen. Immer öfter liest man den Zusatz: an A7 getestet, oder so ähnlich. Dann ärgere ich mich, dass ich in den vergangenen Jahren Objektive verscherbelt habe, nach denen ich mir heute wieder alle Finger lecken würde. Schlauer ist man aber immer hinterher.

Scharfstellen geht mit dem Focus Peaking und der Lupe (habe ich mir auf eine Taste gelegt) an der A7 problemlos, vorallem wenn man/frau mit manuellem Scharfstellen aus Vor-AF-Zeiten noch umgehen kann. Die Belichtungsmessung geht mit Arbeitsblende vonstatten, was ebenso einfach ist, weil der Sucher/das Display das Belichtungsergebnis anzeigen.