Lichtstärke f1.1

Lichtstärke f1,1. Da konnte ich nicht widerstehen und habe mir das für APS-C ausgelegte Kamlan 50mm/f1,1 direkt beim A bis Z Fluss für 160 Euronen geschossen. Von Kamlan hatte ich bis dato noch nie etwas gehört oder gelesen und bin über einen Artikel im Netz darauf aufmerksam geworden. Im Netz wird vermutet, dass es ursprünglich ein „rebranded“ Objektiv von Kodak ist. Seit es so einfach ist, manuelle Objektive an die spiegellosen Systemkameras zu adaptieren, tauchen immer mehr Marken, meist aus Fernost, mit interessanten manuellen Objektiven auf.

Was bekommt man für 160 Euro? Ein 6 cm hohes und 6 cm durchmessendes, sauber verarbeitetes Objektiv mit schwarzem Metallbajonett. Elektronisch läuft nichts; ein blankes Bajonett ohne irgendwelche Kontakte. Ich kann es nicht genau beurteilen, denke aber dass die beiden Drehringe für Fokus und Blende auch aus Metall sind. Sie gehen beide smooth, nicht zu leicht, nicht zu schwer, in etwa so, wie man das von Zeiss oder Leica her kennt. Der Blendenring läuft stufenlos. Das Objektiv wiegt 250 Gramm, was für Metallanteile spricht. Die Naheinstellgrenze liegt bei 50 cm, verbaut sind 11 Blendenlamellen, die schöne kreisrunde Bokehscheiben erzeugen. Eine abnehmbare Sonnenblende wird mitgeliefert.
Und wie schlägt es sich? Die ersten Probeschüsse vom Balkon zeigen, dass für Landschaftsaufnahmen erst ab Blende 8 auch die Ecken scharf sind. Davor sind Ränder und Ecken übel und bei Blende 1,1 ist in der Mitte ein Kreis von etwa 75% der Bildhöhe weich-scharf, was sich dann bis Blende 8 steigert. Schärfefanatiker und Pixelpeeper können das Objektiv getrost vergessen. Aber dafür habe ich das Objektiv auch nicht. Mir geht es auch weniger um die Möglichkeiten bei wenig Licht, sondern eigentlich nur um die Schärfentiefe, die bei offener Blende in 50 cm Entfernung gerade mal eine Ausdehnung von 0,4 cm hat. Also die Augenpupille ist scharf, die Wimpern sind es nicht. Bei solchen Aufnahmen ist dann allerdings ein Stativ notwendig, und das Motiv muss stille halten. Bei der Sony kann über das Focus Peaking und die Lupe exakt fokussiert werden, aber das Atmen des Fotografen lässt den Fokus immer wieder weglaufen. Die Aufnahmen unten sind alle mit Blende 1,1 aus der Hand gemacht, und der sporadisch auftretende Mangel an Schärfe kommt nicht vom Verwackeln, denn selbst bei Dämmerung gibt’s bei ISO 100 meist noch eine Hundertstel oder kürzer, sondern weil ich mich in diesen Fällen halt leicht bewegt habe.
Ich finde das Objektiv toll, und es macht mächtig Spaß, damit auf Schärfentiefenmotivsuche zu gehen. Gut ist, wenn die Kamera ein Klappdisplay hat, dann werden auch Motive bis auf Bodenniveau nicht verpasst. Dass das Kamlan nicht knackscharf ist, ist mir egal. Der Schärfe-/Unschärfeverlauf und der Unschärfebereich im Hintergrund (das „Bokeh“) gefallen mir prima. Und hallo, das gute Stück kostet nur 160 Euro.

„Nur“ 12 MP in der Four-Third-Oly oder Auflösung wird kolossal überschätzt

Es hat aufgehört zu regnen, die Temperaturen bewegen sich im positiven Bereich und es herrscht eine neblig-düstere Stimmung draußen. Das sind genau die Randbedingungen, die ich mir gewünscht habe, um mal wieder dem Freilichtmuseum Hessenpark (guckst du hier: Hessenparkeinen längst fälligen Besuch abzustatten. Das letzte Mal war ich vor 6 Jahren dort, damals mit der Fuji S5, die ja die Nikon D200 im Bauch hatte. Sonntagmorgen um zehn, dann noch gemischtes Wetter, eigentlich müsste ich den Hessenpark für mich alleine haben. Die aktuellen Bilder sind hier.

Oly E-5 mit Zuiko 7-14mm

Ich wollte nur mit einem Objektiv los und das mit kräftigem Weitwinkel, und da kam mir meine 2011er Olympus E5 in den Sinn, zusammen mit dem tollen Zuiko 7-14 mm f/4. Das gute Stück ist eine normale DSLR mit 12 MP auf dem Four-Third-Sensor, ist dafür ziemlich groß, mit dem Batteriepack (wegen des Hochformatauslösers) sowieso, und das Objektiv ist auch nicht gerade zierlich. Gehäuse und Objektiv sind wassergeschützt, sollte also wider Erwarten doch noch der Regen kommen, sind die Kamera und ich gewappnet.

Nach all den Spiegellosen, mit denen ich in den vergangenen Monaten umgegangen bin, habe ich hier ein mächtiges Stück Digitalkamera in der Hand, mit „nur“ 12 MP, einem vergleichsweise sehr trägen Live-View, dafür aber ein in alle Richtungen dreh- und schwenkbares Display.

Warum schreibe ich diesen Post?

Die Überschrift deutet es mit dem „nur“ bereits an. Ich versuche, mir seit einiger Zeit ein eigenes Bild davon zu machen, wie wichtig oder sogar entscheidend die Auflösung des Sensors ist. Derzeit pendelt sich „Hochprozentiges“ bei Vollformat bei 36, bisweilen 42 und vereinzelt 50 MP ein, bei APS bei 24 MP und bei MFT und auch schon den 1-Zöllern bei 20 MP. Die kleineren Sensoren lasse ich mal weg. Bis auf die 42/50MP konnte ich zu den genannten Sensoren/Auflösungen Ergebnisse auf dem 27 Zoll Bildschirm begutachten. Und dazu natürlich meine 12 MPixler Oly E5. Begutachtung am Bildschirm wohlgemerkt, nicht ausgedruckt. Dann müsste ich auf mehr als DIN A2 gehen, um vielleicht einen Unterschied sehen zu können. Zu teuer und sooo wichtig ist es dann nun auch nicht. Im Vorbeigehen waren die Fortschritte beim Rauschen bei den (M)FT-Sensoren am deutlichsten sichtbar. Da kommt die Oly ab ISO 800 nicht mehr mit. Auf der anderen Seite sehe ich auch, dass sich das Rauschverhalten der Sensoren aller größeren Formate in den hohen ISO immer mehr annähert. Da die physikalischen Gegebenheiten der Sensoren zum Thema Rauschen nicht beseitigt werden können, wird also die Software immer besser, was ja nicht schlimm ist. Aber zurück zur Auflösung. Meine D800 hatte 36 MP, meine aktuelle Sony und die Leica M240 haben 24 MP und die Oly 12 MP. Bei den FF-Bildern sehe ich am 27-Zöller-Schirm formatfüllend keinen Unterschied, auch beim Reinzoomen nicht. Hängt natürlich auch vom Objektiv ab, aber ich denke doch, dass das Sigma 35 mm „Art“ die Grenzen eines 36er bzw 24er Sensors gut darstellen kann. Die Oly mit einer nur halb so großen Auflösung hat mich überrascht. Ich hatte eigentlich noch nie Kamerabilder verschiedener Kameras technisch verglichen, weil es eigentlich Blödsinn ist und die Ausgangsbedingungen zu unterschiedlich waren. Hier habe ich doch mal im Archiv nach 36 und 24MP Bildern mit vergleichbaren Voraussetzungen gekramt und die Bilder nebeneinander gehalten.

  • Die 36 MP haben für mich keinen verwertbaren Vorteil ggü. den 24 MP
  • Am Bildschirm kann man die Oly-Bilder nur identifizieren, wenn man weiß, welche Kameras mitspielen
  • Erst unrealistisches Reinzoomen macht Unterschiede sichtbar

Meine letzte Hochzeit habe ich mit der Sony A7II und der Panasonic Lumix FZ1000 fotografiert, und die Bilder bedenkenlos vermischt. Da sieht keiner die Unterschiede. Ich überlege ernsthaft, die nächste Hochzeit mit der Oly anzugehen. Da habe ich die beiden Sahnestückchen 7-14 mm und 12-60 mm. Solange ich nicht über 800 ASA muss geht das sicherlich prima.

Eis auf dem Feldberg/Taunus

Er hatte eine weiße Spitze und die Sonne schien: der Feldberg/Ts. Also ideal zum Photografieren. Mit Mütze, Handschuhen und der Sony A7 bewaffnet los. Aber ich durfte nicht bis ganz nach oben, wegen Eisbruchgefahr. Das galt natürlich nur für Autos 😉 und so bin ich losmarschiert. Da es bis zum Plateau ganz oben doch ein paar Kilometer sind, waren nicht soviele unterwegs. Ich habe mir eine kalte Nase geholt, ansonsten war es großartig. Bilder gibts hier.

„Nur-Objektiv-und-Sensor“ Sony QX10

Da hat sich Sony wieder mal was einfallen lassen, und ich konnte natürlich nicht widerstehen. Getreu dem alten Sonymotto: It’s not a trick, it’s a Sony  :mrgreen:

Sony QX10 1Das hier ist die kleinere der beiden Versionen. Kleiner nicht nur in der Größe, sondern auch wegen der Sensorgröße. Sie ist eigentlich nur ein Objektiv mit einem normalen 1/2,3 Kompaktkamerasensor mit 18 MP und einem 10fach-Zoom mit etwa 25-250mm (KB). Im Grunde ist sie eine Sony WX200 ohne Display. Das heißt, sie hat einen eigenen Akku und einen Kartenschacht. Ein klitzekleines Display zeigt den Batteriestatus an. Als „richtiges“ Display muss dann ein Smartphone oder Pad herhalten, mit dem sie per WLAN in Verbindung tritt. Dazu gibts eine entsprechende, glücklicherweise kostenfreie App. Bei mir hängt sie am iPhone. Über die App kann touchmäßig irgendwo aufs Bild fokussiert werden; Zoomen und Auslösen gehen natürlich auch. Die erste App-Version war etwas träge beim Zoomen und Auslösen und brach immer mal wieder ab. Die aktuelle ist stabil und endlich auch schnell genug. Viel einzustellen gibt es nicht; 3 Programmautomatiken, ISO mit „Auto“ und dediziert, Über-/Unterbelichtung, und das war’s. Das geht allerdings nur über die App. Mehr braucht es aber auch nicht. Lustig wird es, wenn die Kamera nicht ans Smartphone geklemmt wird, sondern frei in der (bei mir linken) Hand manövriert wird. Dann sind versteckte Schnappschüsse quasi um die Ecke möglich. Du schaust aufs Handy wie heute alle anderen um dich herum halt auch und unter dem Handy schaut die Sony heraus. Das merkt keiner. Oder du stellst sie aufs Stativ (es gibt ein Gewinde) in irgendeine Ecke, siehst auf dem Handy, was sie sieht und löst dann aus. Die Kamera lässt sich auch ohne Smartphone betreiben, dann sieht man halt nicht, was man aufnimmt. Aber sie hat einen eigenen Auslöser und eine Zoomwippe. Filmchen kann sie auch machen in MP4 mit 12 Megapixel (1440 x 1080/30 Bilder/s). Die Bildqualität ist klassenüblich: sie produziert JPEGs auf gehobenem Kompaktkameraniveau auch beim Rauschen.

Dies ist die kleine Version. Du kannst sie dir derzeit für rund 140 Euronen schießen. Die große Version QX100 ist nicht nur größer und schwerer. Sie ist eine Sony RX100 ohne Display und hat deren 1 Zollsensor und das Objektiv, das mit f/1,8 loslegt. Keine üblen Eckdaten. Auf dem Preisschild stehen dann rund 340 Euro, was mir persönlich für ein Gadget definitiv zu viel ist.