Alte Schätzchen oder Adapter Teil IV

Wie Ihr ja inzwischen wisst, bin ich derzeit auf dem alte-Objektive-an aktueller-Kamera-Trip. Nach den Canon FDs aus den 70ern (Adapter Teil III) präsentiere ich Euch heute das 90 mm f/2,8 Elmarit Serie 1 Leica R von 1963 an der Sony A7II; es ist ein „R“, kein „M“.

Elmarit R 90mm an Sony A7II

Leica hatte ja auch erfolgreich (jedenfalls zu Filmzeiten) Spiegelreflexkameras Typ Leica R („R“ wie Reflex) gebaut. Diese Linse hatte ich anno dunnemals auf einer Börse an einer Leica R3 geschossen. Das guter Stück ist aus dem Vollen gefräste, massive Feinmechanik, mächtig groß, wiegt knapp unterhalb einer Tonne und hat eine fest eingebaute Teleskopsonnenblende, die sich imponierend weit ausfahren lässt. Zusammen mit dem Adapter (nicht den sündhaft teuren von Novoflex, sondern absolut ausreichend einen in mittlerer Preis und Güte von 40 Euronen) eine göttliche Kombo, die das 85er FD und das 85er Nikkor locker in die Tasche steckt. Ok, mit offen 2,8 gegenüber den 1,8ern mit einer Blende leicht im Vorteil, aber dafür schon offen scharf bis in alle Ecken und nicht so weich, dass ich die „Struktur“ in Lightroom bemühen müsste. Mein klarer kleines-manuelles-Tele-Favorit an der Sony.

swirling Bokeh

Und überraschend, erst am Bildschirm sichtbar, das „swirling“ Bokeh, der sich scheinbar drehende Hintergrund. Puh, da wird einem fast schwindelig  🙄 Ob Leica das weiß?

Hey, Sophie http://www.pixelsophie.de das wäre was für Dich als Bokehfan  😉

herbstliche Farbengleicher Standort Igleicher Standort IIVerschlusssacheBlätterbündel Schilfgriffe  Auftrieb

 

Leicas Leitz Park zu Wetzlar

Anlässlich der Leica-Erlebnistage 2014 habe ich den neuen Firmensitz der Leica Camera AG im Leitz Park Wetzlar besucht. Architektonisch sehr speziell, soll das Gebäude an das Design von Bauteilen der Leicas erinnern. Eröffnet im Februar, beheimatet das Gebäude neben Verwaltung und Fertigung auch – öffentlich zugängig – ein Museum, wechselnde Ausstellungen und ein Rundgang mit Einblicken in die Produktion. Zudem gibt es einen großen Leica Store, der alles feilbietet, was Leica so zu verkaufen hat.

An dem Tag gab es Führungen; wir hatten einen Guide direkt aus der Objektivfertigung. Also keinen „angelernten“, sondern jemanden, dem die Begeisterung deutlich anzusehen und -hören war, und der uns mit Informationen versorgte, die man bei einer Standardführung sicherlich nicht bekommen hätte. Großes Kino. Sehr beeindruckend und ich werde sicher wieder hinfahren.

Ach ja, die Bilder stammen nicht aus meiner Leica, sondern wurden mit ihr  😆 gemacht.

Leitz Park 3Leitz Park 4Leitz Park 5 Leitz Park 2  Leitz Park 7 Leitz Park 6Leitz Park 8Leitz Park 1

Mit der Leica auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Ursprünglich war es ein Geschenk meiner Tochter. Eine geführte Fototour über den Frankfurter Hauptfriedhof . Leider musste die Tour ausfallen, da der Guide erkrankte. Also bin ich auf eigene Faust losgezogen, an einem nebligen Sonntagmorgen als der Friedhof geöffnet wurde; er liegt mitten in der Stadt und ist fast 200 Jahre alt. Der südliche Teil ist der alte Teil. Alte Bäume und alte Gräber, bedeckt mit Laub und kein Mensch. Eine ruhige, friedvolle Atmosphäre. Motive wohin man blickt. Ich hatte erst die Sorge, dass meine Fotografiererei ein bisschen pietätlos ist, aber die Beklemmung legte sich schnell.

Die Bilder findet ihr hier.

Adieu Nikon

Ich hatte ja schon länger die Leica M9, hatte sie aber nie so richtig ins Herz geschlossen. Sie blieb halt zugunsten von Autofokus und Zoomobjektiven in der Tasche und ich war schon am Grübeln, ob ich sie verkaufen sollte. Aber neu motiviert auf den Leica Erlebnistagen, die jedes Jahr im November in Wetzlar stattfinden und den vielen Gesprächen dort, hatte ich mich in den vergangenen Wochen nochmals ernsthaft mit der Guten auseinandergesetzt und versucht, meinen Leicastil zu finden. Und in den paar Wochen intensiven Übens 🙄  sind wir dicke Freunde geworden: die Leica, das 50er Cron und ich. Meine Bilder (9 von 10 Bilder werden schwarz-weiß in Lightroom und Silver Efex) gefallen mir sehr. Vorallem die Schwarz-weißen bekomme ich inzwischen so hin, dass sie diese Leica-Anmutung aus Filmzeiten haben. Tja, die M9 ist halt bei schlechtem Licht nicht der Knaller. Ab 1200 ASA ist Schicht im Schacht, und wenn man nach Objektiven kleiner 28mm schielt, dann kommt immer der Aufstecksucher ins Gespräch, der den ganzen Apparat verschandelt. Der langen Rede kurzer Sinn, ich habe mir die M(240) gegönnt und die M9 verkauft. Als schwarz-weißer Fotograf war natürlich die Monochrom Thema, aber wie bereits weiter unten geschrieben: ich brauche die Farbkanäle und will nicht wieder mit Filtern vor dem Objektiv hantieren. Und weil mir das Fotografieren mit der M soviel Spaß macht, gehe ich jetzt das Risiko ein und habe meine Vollformat-Autofokus-Zoom-Ausrüstung (D800 etc) versilbert. Die APS-C Nikonsachen hatte ich schon im Dezember auf der Börse in Darmstadt vertickert. Ausser ein paar alten Objektiven habe ich jetzt nichts mehr. Ein neues Zeitalter bricht an. Ich bin gespannt  😆

Ninety Nine Years Leica

Das Buch ist ein Weihnachtsgeschenk, und ich habe es (leider) schon ganz gelesen. Aber das macht nichts. Es ist auch ein Buch zum immer mal wieder darin stöbern. Da haben sich die Leicaleute wirklich was ganz Feines ausgedacht. Es ist keine der doch meist eher trockenen, chronologischen Auflistung von Ereignissen, sondern es hat nach jedem Umblättern Unerwartetes bereit. Es ist eine bunte Mischung aus Biografien bekannter Leicafotografen und -fotografinnen, der Vorstellung seltener Dokumente, Bilder und Kameramodelle und Skurillitäten rund um die Leica. Auch Fehler und Fehleintscheidungen werden nicht ausgelassen. Die Nine/9 im Titel hat insofern eine besondere Bedeutung, als Leica 9 zukunftsentscheidende Modelle am 09.09.09 vorstellte, darunter die M9. 100 Jahre-Jubiläumsbücher kann ja jeder schreiben. Verlegt wird das Buch beim Verlag 99Pages; 99 Seiten haben jedoch nicht ausgereicht. Das Buch ist nicht nur ein Spaß für die Fans der Leica. Top empfehlenswert.

Warum die Leica M Monochrom für mich nichts ist

Seit nunmehr über 2 Jahren fotografiere ich begeistert mit einer M9. Fast alle der Leicabilder werden schlussendlich schwarz-weiß. Mit Silver Efex bekomme ich eigentlich immer den Bildausdruck hin, den ich gerne möchte. Als die MM angekündigt wurde, sah ich meine M9 bereits in der Bucht und mich am Sparen. Wow, ein Sensor ohne jegliche Befilterung, Sensor-pur sozusagen. Ich habe mir aus dem Netz ein paar DNGs geholt und hatte die Gelegenheit, eigene Bilder zu machen. Man las ja immer wieder von flauen Ergebnissen, aber exzellenter Auflösung, Schärfe und Dynamik. Und in der Tat, technisch sind die Bilder erste Sahne, und das mit den flauen Bildern ist ruckzuck etwa in Lightroom behoben.

Was mir doch weit mehr als gedacht fehlt ist, dass die MM-Bilder ja keinerlei Farbinfomationen haben. Ich hatte gehofft, auch so zu meinen Wunschergebnissen zu kommen. Das hat bis jetzt nicht geklappt. Softwaren wie Silver Efex (liegt der MM bei) kommen mit einem Großteil ihrer Funktionalität gar nicht mehr zum Zuge. Mal so eben mit dem Farbregler den Himmel nachdunkeln und die Wolken hervorheben ist nicht mehr.  Und Farbfiler sind für meine Schwarz-Weiß-Bilder die wichtigsten Stellgrößen. Dafür müssten nun wieder Farbfilter vor das Objektiv geschraubt werden. Nein, danke. Ich bleibe bei meiner M9.