Über mich

Ich habe mein erstes Bild vor über 50 Jahren gemacht.                                                       Das weiß ich deshalb so genau, weil ich damals meine erste Kamera geschenkt bekam. 

Agfa ParatEine Agfa Parat. Sie produzierte Halbformat-negative, also 18x24mm. Damit war der Sucher ein Hochformatsucher, was mich wohl geprägt haben muss, da ich auch heute noch sehr gerne hochformatig fotografiere. Kurz darauf war ich das erste Mal in der Dunkelkammer meines Vaters, schwarz-weiß und die Belichtungszeiten wurden geschätzt. Inzwischen deutlich modernisiert aber immer noch schwarz-weiß, habe ich meinen letzten Abzug 2005 gemacht, nachdem ich mich einigermaßen trotzig den neu angebrochenen, digitalen Zeiten verweigert hatte. Zu analogen, manuell zu fokussierenden Zeiten hatte ich Canon-SLRs und die phänomenalen Rollei 35. Als die AF-Zeit auch für mich anbrach (ich war ein Spätzünder) und fest stand, dass ich meine FD-Objektive nicht an den EOSen verwenden kann, ich mich also für ein neues System zu entscheiden hatte, und ich sowieso sauer auf Canon war, fiel die Wahl auf Nikon; eine F4. Und bei Nikon bin ich bis heute im wesentlichen geblieben.  

Als die digitale Fotografie solonfähig wurde, habe ich die Entwicklung voller Misstrauen beobachtet. Das soll Fotografieren sein? Kein blindes Einfieseln des Films in die Dose mehr und keine ehrliche, nächtliche Erarbeitung der Abzüge in der umfunktionierten Küche? Irgendwie ahnte ich jedoch, dass sich diese Zeiten dem Ende näherten und ich kaufte mir in erster Annäherung einen Negativscanner von Reflecta, weil der komplette, 1,60m lange 36er Filme einziehen und scannen konnte. Die Ergebnisse fand ich nicht wirklich überzeugend; das war es also nicht. Irgendwann habe ich dann kapituliert und mir eine Nikon D50 geholt und dazu Photoshop Elements 2.                   Das war das abrupte Aus für meine analoge Fotografie.                                                     Ich denke oft, dass die jetzigen DSLR egal in welcher Leistungsklasse und egal von welchem Hersteller weit weniger faszinierend sind als es die Film-SLRs waren. Die DSLRs sind viel austauschbarer und haben nicht mehr die Ausstrahlung, die eine Canon F1, eine T90, eine Olympus OM4, eine Nikon F3 oder eine FM2 oder eine Pentax K1000  hatten und die Liste ließe sich fortsetzen. Auf Fotobörsen heute ist es manchmal schon traurig zu sehen, dass Schätzchen, nach denen man sich vor 15 Jahren alle 10 Finger abgeleckt hat, einem für ’n Appel und n‘ Ei geradezu nachgeworfen werden. Ok, die Zeiten sind einfach vorbei. Punkt.

Zu meiner Photografie ist es einfacher zu sagen, was ich nicht fotografiere. So fällt mir ein, dass ich keine Makros mache. Dazu fehlen mir die Geduld und die Ausdauer. Zudem keine Streetfotografie im strengen Sinne, die nur mit einer Leica authentisch sein soll. Ich habe eine Leica M(240), halte sie nur dafür für relativ ungeeignet. Dazu ist sie schlicht zu langsam (huhu ich höre schon die Proteste….) und der Ausschuss an unscharfen Aufnahmen ist einfach zu hoch. Die Leica hat ganz woanders ihre Stärken. Für Street nehme ich seit neuestem eine Panasonic Lumix GX7: Sucher, Schwenkdisplay, handlich, diskret, leise, richtig schnell und mit Zoom. Darüber können wir gerne diskutieren. Ich fotografiere die Welt um mich herum, mache Kugel- und andere Panoramen, HDRs (allerdings nicht mehr die ganz fiesen) und dokumentiere meine Motorradreisen, stelle mich mit einem kräftigen Tele an den Hockenheimring oder die Moto Cross-Strecke. Oder schnappe mir eine Kamera, schraube eine Festbrennweite vorne drauf, ziehe los und lasse mich treiben. Das ist eigentlich am schönsten.

Ich schaue mir Bilder gern in einer netten Umgebung an. Das bedeutet: nicht am Bildschirm eines Rechners; bestenfalls noch einige wenige auf dem Pad. Ansonsten bin ich großer Anhänger von Bildern auf Papier, früher Alben, heute Fotobücher, die glücklicherweise auch weniger Platz brauchen. Gut gemachte Fotobücher finde ich toll. Weiß der Himmel, wieviele tolle Bilder ungesehen auf irgendwelchen Festplatten verrotten.

Ich gestehe: ich bin ein Nerd. Technikverliebt und immer den newest kids in town auf den Fersen muss ich immer alles ausprobieren und habe auch recht viele Hardware zuhause liegen. Zumal ich bis vor ein paar Jahren auch noch mechanische, unelektronische Spiegelreflexen gesammelt habe. Seit neustem werkle ich mit einer Sony A7II , schon länger mit Olympus E3/E5 und Panasonics GX7 und GM1, alles mit interessanten Objektiven. Highlight meiner Ausrüstung ist sicher die Leica M. Eine faszinierende Kamera. Der Zugang zu ihr hat lange gedauert, aber inzwischen sind wir dicke Freunde. Ein anderer Freund hat es mal so ausgedrückt: Leica M ist ein süchtig machendes Gift, das sehr langsam wirkt. Dem kann ich mich nur anschließen.

3 Gedanken zu „Über mich

  1. Hallo Stephan,

    deine Schwester Anette hat uns an dich verwiesen. Wir sind Schwiegersohn und Tochter von Jan. Wir werden am 15.08.2015 kirchlich Heiraten mit anschließender Feier im Schlossgut Hohenroden in Essingen bei Aalen.

    Könntest du dir den vorstellen deine „Spielsachen“ und dich mit diesen fotografisch bei uns auszutoben?

    Selbstverständlich würden wir deinen Aufwendungen etc. auch entschädigen, wenn wir uns hier einig werden. . Hierfür müsstest du uns jedoch mitteilen, was du dir denn vorstellst, vorausgesetzt du hättest Zeit und Lust.

    Wir freuen uns von dir zu hören bzw. lesen

    Liebe Grüße

    Ingo und Ulrike

  2. Hallo Stephan,

    ich wusste gar nicht dass du so fotobegeistert bist. Und wenn ich gewußt hätte, dass du eine D700 verkaufst, hätte ich Dich sofort angerufen und dann hätt ich endlich eine.
    Tolle Bilder. Wenn ich mal einen Rat brauche, weis jetzt endlich, wen ich anrufen kann.
    Btw, ich bin vom 27.02.2014 – 04.03.2014 auf einer Polarlicht Fototour in Nordnorwegen (Tromsö). Mal schauen, ob ich ein/zwei gute Bilder hinbekomme. Anbei der Link zu dem Fotografen, mit dem ich die Tour mache (http://www.einblick-fotokunst.de/)

    Schönes Wochenende.
    Gruss H.-D.

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